„Nein, dieses Buch enthält keine »nette Geschichte« – denn am Ende dieses Romans … ?. Bis es aber so weit ist, hat der 14-jährige Vincent sich mit daemonenhungerDämonen, Elfen und Feen auseinanderzusetzen. An seiner Seite hat er die umtriebige Chanteuse, die ihn mit dem missmutigen Elf Grimbowl bekannt macht. Vincent wird zum Vermittler zwischen Menschen und Elfen auserkoren, was nicht nur angenehme Zeiten mit sich bringt …“ (Verlagsangabe)

Ja, am Ende dieses Buches… obwohl es wohl der heiligsten aller heiligen Regeln der Buchrezension widerspricht, offenbare ich das Ende von Dämonenhunger. Die Welt wie wir sie kennen geht unter. Kein mutiger Held reisst in letzter Sekunde das Ruder herum, kein Schicksal vermag es zu verhindern, nicht einmal das Glück ist der Erde und ihren menschlichen Bewohnern hold. Nach ersten Naturkatastrophen fallen sie massenhaft und hungrig ein. Dämonen, Heerscharen von gefrässigen Dämonen mit nur einem Ziel, alles Menschliche zu vertilgen. Das ist das Ende der Menschheit auf unserem Planeten. Wie der Autor bereits auf der ersten Seite deutlich macht.

Auf 304 Seiten präsentiert Timothy Carter eine spannende, mysteriöse und phantastische Geschichte um den 14jährigen Vincent und eine Gruppe aus Menschen und Fabelwesen die nicht gewillt ist ihr Schicksal ergeben hinzunehmen. Die Kürze des Buches verdeutlicht das der Autor nicht gerade geduldig mit dem Ableben der Menschheit ist.

Vincent lebt zusammen mit seinen Eltern und seinem älteren Bruder Max in einem beschaulichen Haus und ist in dieser Familie der einzige der nicht überzeugtes Mitglied der Sekte des „Triumvirats“ ist. In ihrer Garage türmen sich Pappschilder für regelmässige Protestkundgebungen der religiösen Gemeinschaft mit Forderungen wie „Das Fitnessstudio – Ein Blendwerk des Teufels“ auf die Vincent regelmässig mitgeschleppt wird. Eines Tages als der unbekehrbare Junge einmal wieder den Abend in der hauseigenen Kapelle im Keller verbringen musste um Buße zu tun und wie jedesmal kurzerhand die Tür aus den Angel hob und sich einen Streifzug durch die Nachbarschaft gönnte, traf er auf ein Wesen welches ihn den Atem stocken liess.

Vincent war zu Besuch bei Chanteuse, seiner ehemaligen Babysitterin, welche seine Eltern als Hexe brandmarkten und hatte eine Schranktür geöffnet um nach einer Tüte Zucker zu greifen als er aus dieser heraus angesprochen wurde: „Hast du ein Glotzproblem oder warum starrst du so?“ In dem Schrank saß Grimbowle, ein vorlauter, frecher und hinterlistiger Elf.

Und mit dieser Begegnung beginnt Vincents Leben sich komplett zu wandeln. Dieses Schlüsselerlebnis eröffnet ihm eine Welt neben der unseren, eine Welt der Elfen, Feen, Trolle und Zentauren, eine Welt die in zwei Tagen von Dämonen überflutet wird und in der eine ausgeklügelte Verschwörung das Sterben aller Menschen sicherstellen soll.

Timothy Carter legt in dem Buch ein flottes Tempo vor und baut eine kontinuierliche Spannung auf. Die Stärken des Buches sind seine Charaktere und ihre Hintergründe, sowie eine ganz eigene Interpretation der phantastischen Wesen. „Dämonenhunger“ verleitet hin und wieder zu einem leichten Schmunzeln und hat mich ein wenig an die „Bartimäus Triologie“ von Jonathan Stroud erinnert. Leider gleichen sich die Handlungen in Konfliktsituationen ziemlich stark und die meisten solcher Momente werden zu Person X prügelt sich mit Dämon Y Szenen. Hier hätte ein etwas kreativerer Umgang dem Werk gut getan. Trotzdem hat es durchaus Spass gemacht das Buch lesen, es ist trotz des schweren Weltschicksals eine leichte Lektüre und sowas tut zwischendurch ja auch mal ganz gut.

Weitere Infos zu dem Buch inkl. Trailer und Leseprobe: Dämonenhunger

Autoren Homepage: T. Carter

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