Die bekannte deutsche Fantasyautorin Susanne Gerdom veröffentlichte susannegerdom_fantasy2000 ihren Debütroman „Ellorans Traum“ bei Heyne. 2003 – 2004 folgte ihre erste fantastische Triologie um die beiden Mädchen Anida und Adina unter dem Titel „AnidA-Trilogie“. Im September gelang dann der grosse Durchbruch mit „Elbenzorn„, veröffentlicht durch den Piper Verlag. Für Anfang 2010 ist bereits eine Neuauflage des Buches um die Abenteuer der Elbin Iviidis, ihrer dunklen Zwillingsschwester Rutaaura, den Halbelben Lluigolf und dessen Gefährten, den magiebegabten Zwerg Trurre Silberzunge.

Dem Aufruf Fragen für das Interview einzusenden folgte Soleil (Verlorene Werke), der ich an dieser Stelle herzlich dafür danken möchte. Nun aber viel Spass mit dem Interview…

Dein bei Piper frisch veröffentlichter Roman Die Seele der Elben ist ja ein Prequel zu Elbenzorn. In Elbenzorn hast du uns in der Welt des Sommerspalastes, den Wandernden Hain, das Reich der Elben entführt aber auch erste Einblicke in das Leben der Dunkelelben gewährt. Wohin geht die Reise in Die Seele der Elben?

Ins Territorium der Menschen ;-). Da Lluigolf dieses Mal die Hauptrolle spielt und es sich bei ihm um einen Halbelben handelt, spielt das Buch ausschließlich auf menschlichem Terrain: In Weidenheim, wo Lluis aufwächst und später in der Residenz der Mark Raakus, wohin er verschlagen wird, als er mehr oder weniger gezwungen von zu Hause fortgeht. In der Residenz bekommt er zuerst eine solide Ausbildung zum Einbrecher und Taschendieb, aber dann wird er im Stadtschloss des Markgrafen erwischt und sitzt kräftig in der Tinte.

Aber neben Menschen wie den Dieben der Stadt, der Prinzessin Vanandel, dem Hofnarren und Barden Garness und etlichen anderen spielen auch noch ein paar Elben mit: der Bibliothekar des Bardensteins, Maris Elbenstern oder der Elbenadlige Uldis und seine Tochter Chaantrea. Und dann gibt es da noch Tijan, einen Frar Scriptor, der sich auf einem ungewöhnlichen Weg für eine Rolle in dem Buch qualfiziert hat, nämlich über einen Leserwettbewerb. 😉

Viele Fans von Elbenzorn hoffen natürlich auch in deinem neuen Roman auf ein Wiedertreffen mit liebgewonnen Figuren. Ich denke hier besonders an das aussergewöhnliche Gespann aus dem Habelfen Luigolf und Trurre Silberzunge dem magisch begabten Zwerg. Kannst du Hoffnung auf ein Wiedersehen machen?

Na, aber! Lluis, der sich ja in „Elbenzorn“ ziemlich früh und unspektakulär 0000457978aus der Geschichte verabschiedet hat (ich weiß immer nicht, warum – meine Idee war das nicht!) ist ja der Protagonist, und was braucht ein Protagonist? Einen vernünftigen Sidekick.

Das war eigentlich auch der Auslöser für mich, „Seele der Elben“ zu schreiben: Ich wollte die Geschichte erzählen, wie Lluis und Trurre sich kennen gelernt haben.

Seelentrinker – allein der Name dieser Geschöpfe lässt nichts Gutes erahnen. Magst du ein wenig über diese scheinbar recht unumgänglichen Zeitgenossen und ihre Entstehung verraten?

Ich bin kein Fan der klassischen High-Fantasy-Elb/fen. Die sind mir einen Tick zu edel und zu unantastbar. (Auch von der Leserseite her! Bei allen anderen Tolkien-Völkern ist der gemeine Leser und Rollenspieler einigermaßen flexibel und toleriert Abweichungen vom „Normalmaß“, aber wenn es um die heiligen Elben geht, wird’s kritisch.)

Das hat mich bei den Reaktionen auf „Elbenzorn“ teils geärgert, teils amüsiert … und deshalb gibt es jetzt in der „Seele“ gleich noch einen drauf. Hier sind die Elben, bis auf anderthalb bis zwei leuchtende Ausnahmen, die bad guys des Buches. Und außerdem wollte ich ein bisschen die gerade grassierende Vampirseuche aufs Korn nehmen. Also: hatten wir irgendwo schon Elbenvampire oder habe ich die Lücke geschlossen? 😉 (Wahrscheinlich nicht, dann müsste ich schon über Vampirkaninchen schreiben.)

Was Abweichungen von der Norm angeht: Habe ich übrigens schon meine Orks erwähnt?

Nun liegen zwei in sich abgeschlossene Elbenbände von dir vor. Man muss als Fantasyfan nicht gerade ein schlauer Fuchs sein um auf den Gedanken zu kommen das sich hier möglicherweise eine Triologie anbahnt…

Nur über meine Leiche!

Nein, erstmal ist nichts geplant. Und wenn es wirklich einen dritten Band aus dieser Welt geben sollte, dann wird der sich glasklar mit Trurre Silberzunge befassen, dem verstoßenen Zwergenprinzen und Magier! Das hat er verdient, die Geschichte hab ich im Kopf – jetzt müsste nur mein Verlag noch drauf nicken. Aber ich glaube, zwergentechnisch ist da im Moment die Kapazität ausgelastet. (Schöne Grüße an die Kollegen Heitz und Plischke! ;-))

Aktuell schreibst du bereits an einem neuen Werk unter dem Arbeitstitel „DrachenZorn“, obwohl der Roman mit Drachen gar nicht so viel zu tun haben soll. Magst du ein wenig Neugier befriedigen und einen ersten Einblick in deine Ideen zu dem Buch geben?

Ja, gerne. Es ist ein bisschen so wie mit den Elben … Drachen, Orks, Trolle, Zwerge, was auch immer: Man hat gewissen Erwartungen an diese Fantasygeschöpfe. Die Drachen sind aber insofern eine andere Kategorie, als sie eine lange Erzähltradition in vielen Kulturen besitzen. Einer meiner Lieblingsdrachen (neben Fafner, der für Siegfried und die Nibelungensage eine Rolle spielt, und dem Richard Wagner ein paar geniale Dialogzeilen gewidmet hat), wäre das ganz klar Frau Mahlzahn. Dicht gefolgt von Nepomuk, aber der ist ja nur ein Halbdrache, puh!

Meine Drachen sind aber ein wenig anders … die Männer der Spezies sind überhaupt keine Drachen im landläufigen Sinne, sondern echsenartige Humanoide, und Drachenweibchen gibt es nicht. Oder doch? Meine Protagonistin (Elidaar Zorn) macht da jedenfalls eine erstaunliche Entdeckung.

Als nächstes eine Frage die möglicherweise eher an eine therapeutische erinnert, aber bitte mit einem Augenzwinkern zu verstehen ist. Elbenzorn, Drachenzorn – Woher stammt all der Zorn von Susanne Gerdom?

LOL. Ja, finde ich auch schräg. Das wirklich Ulkige daran: Der DrachenZorn war als erster da, denn die Idee zu dem Projekt hatte ich schon vor drei oder vier Jahren. Meine Protagonistin hat den Beinamen „Zorn“, deshalb …

Und der „Elbenzorn“ entstammt dem Gehirn meiner damaligen Lektorin Kerstin Claussen. (Sie wusste nichts von DrachenZorn.) Wir haben elbenzorn_gerdom_fantasyverzweifelt nach einem Titel gesucht, der „Elben“ und ein anderes Wort beinhaltet. Das Blöde: alle Titel, die uns einfielen, waren schon vergeben. Das Manuskript hieß bis kurz vor Schluss bei uns nur „Elbendings“. Dann hab ich zähneknirschend den „zorn“ freigegeben, obwohl mir das mein Nachfolgeprojekt titeltechnisch versenkt hat.

Ansonsten bin ich nur gelegentlich zornig, glaube ich.

Neben Die Seele der Elben ist vor kurzen in der Anthologie Fantastische Kreaturen aus dem Carl Ueberbeuter Verlag die Kurzgeschichte von dir um den Leprechaun Flann McManus veröffentlicht worden. Mein Eindruck war das diese weniger eine Fantasy „Inszenierung“ war als viel mehr eine Geschichte die du aus deinem Alltag erzählst. Was verbindet mit den Mythen und Sagen Irlands bzw. gibt es solch eine Verbindung überhaupt?

Keine. Also, natürlich hab ich alles Mögliche an irischen Sagen gelesen (Frederik Hetmann/Hans-Christian Kirsch hat da ein paar schöne Sammlungen herausgegeben). Als Ueberreuter mit der Frage nach einem Anthologiebeitrag an mich herantrat, bin ich mal mit dem Flohkamm durch die Welt der „fantastischen Kreaturen“ gegangen und hab alles aussortiert, was voraussichtlich von einem Kollegen bearbeitet werden wird. Drachen, Trolle, Zwerge, Elfen, Einhörner und Vampire waren also schon gleich zu Anfang raus.

Dann habe ich mit Wurdelaks und Banshees geliebäugelt, aber die Leprechauns haben es mir schon früher angetan, weil sie so schräge Typen sind. Geldgierig, begnadete Schuhmacher (sie sorgen dafür, dass die irischen Elfen was an den Füßen haben) – und ich fand es einigermaßen gefährlich für so kleine Kerle, dass jeder Mensch versucht ist, sie so lange festzuhalten, bis sie ihr Gold rausrücken.

Im Übrigen habe ich schon einen Leprechaun im Repertoire, der in einem Romanprojekt von mir herumdümpelt. „Dümpelt“ deswegen, weil das Projekt jetzt auch schon seit vier, fünf Jahren in meiner virtuellen Schublade liegt und auf einen Verlag hofft. Dieser Leprechaun ist allerdings Polizeibeamter und gerade vom Protektorat Eire ins Großherzogtum Mähren und dort zur Internationalen Polizeibehörde MPK (Mezinapol) versetzt worden.

Die „Voynich-Verschwörung“ spielt nun leider in Prag, und das ist inzwischen bei Fantasyautoren beinahe so en vogue wie Vampire und Elben. Also warte ich wohl besser ab, bis sich die Kollegen auf eine andere Stadt gestürzt haben, bevor ich mir „Voynich“ wieder vorknöpfe. 😉

Wie du ja selber auf deinem Blog berichtet hast tauchte Ende August ein scheinbar „begnadeter“ Schriftsteller und Leser wie aus dem Nichts auf um den Olymp der Bestsellerautoren zu erklimmen. Riko Beutlich der auf YouTube mit seiner Geschichte Kevin Lukas wird Chef für einige Furore gesorgt hat. Hinter dieser Aktion steckten die 42er Autoren, von denen du ein Gründungsmitglied bist, die damit auf das Vorgehen von sog. Zuschussverlagen aufmerksam machen wollten. Was würdest du als bekannte und erfolgreiche Autorin jungen Schriftstellern raten wenn diese ihr Werk veröffentlichen lassen wollen?

Ja, Rico Beutlich – das war ein Geniestreich! (wer den noch nicht kennt, sollte sich die Lesung auf YouTube unbedingt anhören. Ich habe mich weggeschmissen!)

Aber der Hintergrund ist schon etwas ernster. Es tut mir immer wieder um all die Hobbyschriftsteller leid, die einem Druckkostenzuschussverlag in die Fänge geraten.

Was soll man raten? Leute, wenn ihr glaubt, dass euer Zeug was taugt, dann wendet euch damit gleich an die „richtigen“ Verlage. Daran zu erkennen, dass sie euch was zahlen – und nicht umgekehrt!

Und wenn ihr den langen Weg nicht gehen möchtet (denn es kann lang dauern und viel Energie kosten, einen Verlag für sich zu begeistern), sondern möglichst schnell und bezahlbar ein gedrucktes Buch in den Händen haben wollt, dann wendet euch an BoD. Die machen das sauber, ordentlich und sehr hübsch – und ziehen niemanden über den Tisch.

Wie bereits oben erwähnt hat der Zwerg Trurre Silberzunge bei vielen Lesern einen bleibenden Eindruck hinterlassen. In Elbenzorn gewährst du einen Einblick in das Leben der Zwerge und Trurres Vergangenheit in der Zwergenstadt Kronberg. Ist es auszuschliessen dass wir von dir in Zukunft einen Zwergenroman, möglicherweise mit Trurre als Hauptakteur, zu lesen bekommen?

S.o. 😉 Nein, ich würde mich freuen. Trurre hat sich in Elbenzorn ja mittendrin regelrecht selbstständig gemacht und eine eigene Geschichte angefangen, und ich hab ihn mühsam einfangen und wieder auf den Hauptplot zurücklenken müssen. (Wir haben damals sogar ein ganzes Kapitel mit ihm rausgeschmissen, wobei mir das Herz geblutet hat. Trurre ist und bleibt mein Liebling!)

Zum Ende hin vielleicht ein Abgleiten in das private Leben von dir, soweit es gestattet ist. Wie sieht ein Tag im Leben der Susanne Gerdom aus, küsst dich morgens oder mittags die Muse wach und ein Strom von Ideen und Inspirationen begleitet dich durch deinen Alltag?

Achduje. Die Muse, die einen wachküsst, hätte ich auch gerne mal zu Besuch! Nee, ich muss meine Muse morgens mit einem kräftigen Tritt aus dem Bett holen und dann mit der Peitsche an die Arbeit treiben!

Es ist halt so, dass man für seine Inspirationen erst mal schwitzen muss. Das mit den 99% Transpiration stimmt schon!

Mein allererstes Buch (Ellorans Traum) habe ich wie im Rausch geschrieben – so schnell war ich später nie mehr. Das Erlebnis würde ich gerne irgendwann mal wiederholen, aber ich fürchte, das war das Geschenk der Muse an die Anfängerin. Jetzt setze ich mich morgens (wenn ich Glück habe) elloranoder am späten Nachmittag (wenn ich für meine Brötchen arbeiten musste – was in der Regel der Fall ist) an meinen Computer, starre auf mein Textverarbeitungsprogramm und sehe zu, dass mir was einfällt. Und wenn mir nichts einfällt, kann ich darauf wenig Rücksicht nehmen, dann wird halt das Gehirn so lange ausgewrungen, bis etwas Brauchbares in die Tastatur tropft.

Das Schlimmste jeden Tag sind immer die ersten zwei Seiten. Dann läuft die Maschine zuverlässig an, und die nächsten fünf oder sechs sind kein Problem mehr und machen in der Regel sogar Spaß.

Am Allerschönsten sind immer die allerersten fünfzig bis hundert Seiten eines Projektes. Da ist alles noch frisch und neu und muss geformt und in die richtige Richtung gelenkt werden. Da sitzt die Muse dann auch freiwillig mal neben mir.

Jeder Autoren hat so seine eigenen Schreibgewohnheiten, sein sie eher chaotischer Natur oder von strukturierter Arbeit geprägt. Zudem gibt es wohl bei manch einem Leser der selber noch nie etwas verfasst hat eine teilweise recht romantische Vorstellung des Schreibens als den Dauerzustand eines kreativen Outputs. Was bedeutet das Schreiben für dich persönlich und wie schreibst du?

Regelmäßig. Wenn es überhaupt etwas gibt, was ich über Schreiben, Schreibblockaden und den kreativen Output in den letzten Jahren gelernt habe, dann ist es das: Du kannst machen, was du willst, wie du willst und wann du es willst – aber mach es regelmäßig! Jeden Tag mindestens tausend Wörter. (Oder, in meinem Fall, weil ich lieber Seiten zähle: Fünf druckfertige Seiten.)

Ansonsten bin ich einigermaßen strukturiert im kreativen Chaos. Ich weiß nicht unbedingt, wenn ich einen Roman anfange, wo ich am Ende landen werde, aber ich mache mir über alles, was passiert, gründliche Notizen. Damit ich am Ende noch weiß, wie jemand heißt und aussieht, den ich irgendwann zu Anfang mal eingeführt habe, und ob ein Wald nun im Osten oder Westen einer Stadt liegt z.B. 😉 Manchmal geht auch so noch was schief, aber das fällt dann spätestens meine Lektorin auf. (Wie ich zum Beispiel bei Elbenzorn mittendrin eine meiner Nebenfiguren einfach umbenannt habe … ich hab’s nicht gemerkt.)

Abschliessend eine allgemeine Fragen zum Thema Fantasy. Wenn ich ein paar Jahre zurück denke war Fantasyliteratur nicht selten als ein Genre für ein junges Publikum, nicht erwachsen werden wollende Erwachsene und Menschen mit Tendenzen zur Realitätsflucht verschrien. Wie erlebst du die Reaktionen als Autorin und ausgebildete Buchhändlerin auf phantastische Literatur heute?

Hmmm. Ich bin ja alt genug, um Zeiten zu kennen, in denen der Begriff „Fantasy“ hier in Deutschland noch gar nicht existierte. Da las man entweder SF oder fantastische Literatur aller Art. Und ich glaube, niemand wäre auf die Idee gekommen, jemanden, der E.Th.A. Hoffmann, Edgar Allan Poe oder Lewis Carroll, Meyrink, Perutz oder Hauff, Bechstein, Andersen und wie sie alle heißen, liest, der Realitätsflucht zu zeihen, oder dass er nicht erwachsen werden will. Strange, das.

Auch die heutige Fantasy bietet eine große Bandbreite. Du kannst billige Massenunterhaltung haben, nette Lektüre für zwischendurch oder anspruchsvolle Literatur – je nachdem, was du bevorzugst.

Lesen ist letztlich immer ein bisschen Flucht. Und in Zeiten, wo gemobbt und gebosst wird, Hartz IV und Angst um den Job, eine versaute Umwelt, Hungerkatastrophen, Terrorismus und Kriege überall die Realität ausmachen, kann die kleine Flucht ins Buch durchaus eine heilsame Sache sein.

Soleils Fragen:

Fantasy boomt zwar derzeit, wird aber doch recht oft belächelt. Wie gehen Sie damit um?

Ich entschuldige mich nicht mehr, dass ich so was schreibe ;-))) Wer’s nicht mag, liest es halt nicht. Ich lese auch nicht alles. (Bleib mir weg mit pinkgrüner Chicklit, Splatterhorror und Steph Meyer …)

Glauben Sie, dass es so etwas wie „Männerfantasy“ und „Frauenfantasy“ gibt? Schreiben Männer anders als Frauen und/ oder lesen sie anders?

Grundsätzlich ja, wobei Ausnahmen die Regel bestätigen (wie so oft.) Es ist schon so, dass Männer eher satte Haudrauf-Action bevorzugen und Frauen eher die „soften“ Themen, bei denen es um die Interaktion zwischen Menschen (oder anderen Wesen) geht. Also: „Der Krieg der Zwerge“ für die Jungs, „Elbenzorn“ für die Mädchen. 😉

Haben Sie jemals darüber nachgedacht, Ihre Werke unter einem Pseudonym zu veröffentlichen? Nach welchen Kriterien hätten Sie dieses ausgewählt?

Jein. Ich persönlich bin genauso eitel wie alle anderen: Mein Name soll aufs Cover, bitte. Aber natürlich gibt es Gründe, das zu unterlassen. Für mein erstes Buch hieß ich noch „Frances G. Hill“, weil Heyne damals meinte, die Fantasyleser würden deutsche Autoren nicht lesen wollen. Das vermeintliche „Kassengift Deutscher Autor“ ist aber inzwischen glücklicherweise eher so was wie ein Qualitätssiegel „made in Germany“ geworden. Dafür bin ich echt dankbar.

Ja, und demnächst erscheint wieder was aus meiner Feder unter einem Pseudonym (Franziska Hille – ich mag das lieber als mein altes Ami-Pseudonym. „Hille“ ist der Mädchenname meiner Mutter, und „Franziska“ wäre beinahe mein Vorname geworden, wenn meine Mutter sich hätte durchsetzen können. Drauf gehört hab ich jahrelang, übrigens.) Das Pseudonym war notwendig geworden, weil bei zwei Verlagen Jugendbücher von mir erscheinen werden, und da vermeidet man gerne Interessenkonflikte und weicht auf ein Pseudonym aus. Was soll’s – es weiß ja eh jeder Bescheid.

Wer sind Ihre fünf Lieblingsautoren? Finden sich darunter vielleicht auch Vorbilder? Was lesen Sie zur Zeit und wie gefällt es Ihnen?

Hab ich nicht. Also, jedenfalls nicht nur fünf. Terry Pratchett und Neil Gaiman und Diana Wynne Jones und Stephen King, John Katzenbach, Isaac Asimov, Robert A. Heinlein, Charles Stross, James Owen, George Tabori, Astrid Lindgren, Erich Kästner, Otfried Preußler, James Krüss, Michael Ende, Elisabeth George, Agatha Christie, Heinrich Heine, Kurt Tucholsky, Christian Morgenstern, Else Lasker-Schüler, Tove Jansson, Samuel Beckett, Johann Nestroy, Susanna Clarke … soll ich aufhören?

Und Vorbilder im Sinne von „so möchte ich auch schreiben“ hab ich nicht. Jeder Autor, den man gerne liest, ist ein Stückchen Vorbild. Und wenn ich gerade meine „klassische Phase“ habe, färbt das auch immer ein bisschen auf mein Schreiben ab.

Ich lese gerade (wie immer parallel): Sabine Wassermann, „Die eiserne Welt“ (Schönes Buch, kann ich nur empfehlen!), “ Weshalb Sie (k)ein Buddhist sind“ von Dzongsar Jamyang Khyentse und „Tod in der Skelettschlucht“ von Herbert Kranz. Ach ja, und „Texas Hold’em – Poker mit System“ von Eike Adler 😉

Also: einmal Fantasy, einmal Sachbuch, einmal Jugendbuch aus den Fünfzigern (der Kerl kann Spannung,Hut ab!) und einmal Weiterbildung *g*

Gibt es eine bestimmte Eigenschaft, die man als Autor auf alle Fälle benötigt? Was ist für Sie das Schwerste, was das Einfachste am Schreiben?

Disziplin. Ohne geht’s nicht.

Und das Schwerste und Einfachste beim Schreiben? Dranbleiben. Nicht aufhören, nicht aufgeben, weitermachen. Ideen hat man immer, das ist das kleinste Problem. Aber der Weg vom Kopf auf den Bildschirm, der ist gleichzeitig hart und beglückend.

Vielen Danke für die ausführlichen und interessanten Antworten!

Mehr über die Autorin: Susanne Gerdom

Zu Susanne Gerdoms Fantasy Büchern bei Piper: Susanne@Piper

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