Antharu, ein ungelehrter Magier, lebt mit seiner Frau ein erfülltes Leben als gefährten-des-schicksals-fantasyKartenzeichner in einer großen Handelsstadt im Herzen des Waldlandes. Als eines Abends das Pendel, ein Erbstücks seines Vaters, über einer fast vollendeten Landkarte ausschlägt, weiß Antharu zunächst nicht, wie er dieses Zeichen deuten soll. Erst als ihm kurz darauf ein seltsamer Fremder, ein Bote aus dem unbekannten Land Jeva, einen Besuch abstattet, wird ihm bewusst, dass er eine Aufgabe zu erfüllen hat. Gefolgt von seinem treuen Freund, dem rauen aber großherzigen Jäger Harras, macht Antharu sich auf den Weg, um nach den Ursachen des Pendelschlags zu suchen.

Auf seiner Reise trifft Antharu auf den schwachen, aber klugen Bauernjungen Mannah, der, von täglichen Visionen heimgesucht, eine Verbindung zwischen dem Pendel und Antharus Aufgabe zu sein scheint. Und welches Geheimnis vermag sich hinter der schönen, aber kühlen Sammlerin Carma verbergen? Doch erst als der Bote aus Jeva ihm offenbart, was die Zeichen des Pendels bedeuten, wird Antharu bewusst, welch schwere Bürde ihm von seinem Schicksal auferlegt wurde. (Verlagsangabe)

Cindy Blum entführt uns auf eine Reise durch Ferhas Holoh. Gerade das Duo, bestehend aus dem Kartenzeichner Antharu und dem hünenhaften Jäger Harras, welches uns zu Beginn des Abenteuers in der Handelsstadt Fehars Glenn begegnet, überzeugt als Kern der Gefährtengruppe. Ähnlich verhält es sich auch mit fast allen anderen Figuren in diesem fantastischen Jugendroman. Sei es der knorrige Besitzer des kleinen Kartenladens Gorga, der schüchterne Bauernjunge Mannah, oder die wohl gestreuten Nebenfiguren. Die Autorin präsentiert ein Repertoire an liebevoll entworfenen Figuren die sich absolut stimmig in ihren Jugendroman einfügen. Jedoch gibt es unter diesen auch den mysteriösen Läufer Arkaneh aus dem fernen Jeva. Er taucht immer wieder und überraschend auf um Antharu zur Fortführung seiner Reise anzuspornen. Leider umgibt die Autorin diesen Charakter nicht mit einer Mysteriösität die seiner Persönlichkeit entspringt sondern lässt diese auf seiner körperlichen Aussergewöhnlichkeit, man könnte sagen seiner Behinderung, basieren. Für einen Jugendroman äusserst fragwürdig und zudem sehr schade da die Autorin durchaus befähigt ist eine wirklich unheimliche Komponente mit ins Spiel zu bringen. Dem Buch hätte eine Vertiefung in die Mysterien eines unbekannten Fädenziehers absolut gut getan.

Neben wenigen auffälligen Unstimmigkeiten schreitet das Abenteuer durchaus zügig voran. Wenig verzeihlich ist leider die beschriebene Motivation von Antharu sich auf den Weg ins Ungewissen zu machen. Hier wäre ein weiter Raum für eine Vertiefung der Figur gegeben aber wir müssen uns mit einem ‚Er tut es weil er es tun musste‘ zufrieden geben. Nach dieser simplen Erklärung, die in ein paar Sätzen recht unspektakulär abgehandelt wird, geht es aus den sicheren Mauern der Handelsstadt hinaus, dem Pendel folgend. Sehr schön zeichnet die Autorin die Reise, Begegnungen und Gefahren auf dieser. Ein, für einen Jugendroman, altersgerechter Schreibstil läd zu einem entspannten und durchaus spannenden Lesevergnügen ein.

Gefährten des Schicksals vermag als Debütroman durchaus ansprechend sein, überzeugen kann er jedoch nicht. Cindy Blums Stärken liegen deutlich in der schönen Charakterisierung ihrer Figuren aber selbst in einem Jugendroman darf es mehr Tiefe und offensichtliche Widersprüche geben. Die Geschichte ist fantastisch und schnell lesbar, jedoch viel zu leicht eingefädelt worden. Mit dem Auftaktband der Bündnistriologie erleben wir eine Autorin die in ihrem Roman leider nicht alles geleistet hat was sie kann. Eine Empfehlung ist dieses Jugendbuch nicht, jedoch sollte der Name Cindy Blum nicht in Vergessenheit geraten. Folgende Bücher deuten bereits an, ein Blick wert zu sein.

Weitere Infos zu dem Buch: Gefährten des Schicksals

Buchfakten:

Cindy Blum

Gefährten des Schicksals

Fantasy, Bündnistrilogie Band 1

Taschenbuch, 352 Seiten
€ 12,00 (D) / sFr 18,00 / € 12,35 (A)

ISBN: 978-3-86879-004-7

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