Skulduggery ist ein besonderer Detektiv für besondere Fälle. Sein Interesse skulduggery-feuerhand-fantasygilt Verbrechen, Geheimnissen und Mythen die sich jenseits der bekannten Realität vieler Menschen befinden. Selbst unter den seinen, unter Alchimisten und Elementarzauberern, gilt er nicht nur als schlagfertig und risikofreudig sondern auch als einmalig. Skulduggery Pleasent ist ein Skelett. Existent im unerklärlichen Irgendwo zwischen Leben und Tod, wirft er sich von einem Abenteuer in das nächste und dies stets mit einer gehörigen Portion Witz, Respektlosigkeit und einer Gelassenheit die wohl nur ein Skelett besitzen kann. Oder jemand der „Wie baue ich mir einen Kamin“ von C.H. Davenport sein Lieblingsbuch nennt. Auf Skulduggery Pleasent trifft beides zu.

Gordon Edgley ist tot. Seine 12 jährige Nichte Stephanie ist die einzige der wirklich etwas an dem alten, leicht schrulligen Mann, lag und die auf dessen Beerdigung ehrlich trauert. Ihre Eltern sahen in dem Ableben von Stephanies geliebten Onkel natürlich auch ein schlimmes Ereignis aber der überschaubare Rest der Verwandtschaft rieb sich bereits vorfreudig die Hände nach dem erhofften Erbe.

Der Testamentseröffnung wohnt eine seltsam erscheinende Person bei. Verhüllt in langem Mantel, vermummt mit Hut, Sonnenbrille und einem ins Gesicht gezogenen Schal, verfolgt Skulduggery Pleasent die Bekanntgabe des Erbes von dem Fantasy-Bestsellerautor Gordon Edgley. Unter Wutausbrüchen und Gekreische der Verwandtschaft vernimmt die junge Stephanie das ausgerechnet sie von dem Verstorbenen zur Haupterbin seines Besitzes ernannt wurde. Stephanie Edgeley ist nicht nur mit einem Schlag reich geworden, sie ist zudem auch Besitzerin eines ansehnlichen Anwesens samt komfortablem alten Haus.

Umgehend besucht die junge Erbin ihr geheimnisvolles neues Haus. Ein Motorschaden an dem Wagen hat ihre Mutter dazu gezwungen sich in eine Werkstatt abschleppen zu lassen und ein plötzlich einsetzender Wolkenbruch hat dafür gesorgt das Stephanie diese Nacht alleine im Haus ihres verstorbenen Onkels verbringen wird. Aber das junge Mädchen ist tapfer und ihre Neugier auf unbekannte Ecken und Winkel des Anwesens ist längst geweckt. Dieses Interesse teilt sie jedoch nicht alleine. Mitten in der Nacht klopft es kräftig an die Tür und eine bedrohlich klingende Männerstimme fordert wütend Einlass. Panik steigt in Stephanie auf. Dann wird eine Fensterscheibe eingeschlagen und der unbekannte Besucher schwingt sich in das Innere des Hauses. Tapfer versucht Stephanie den Einbrecher abzuwehren, doch dieser zwingt sie mühelos zu Boden. Mit einem Knall fliegt die Haustür auf und ein Mann, umhüllt mit einem langen Mantel, vermummt mit Hut, Sonnenbrille und einem ins Gesicht gezogenem Schal, stürzt sich auf den Einbrecher. Das Abenteuer von Skulduggery Pleasent und Stephanie Edgeley beginnt.

Derek Landy hat ein rasantes, humorvolles All Age Fantasy / Urban Fantasy Abenteuer um den Skelettdetektiv und Magier Skulduggery und die junge abenteuerlustige Stephanie geschaffen. Die Geschichte verfügt für ein Kinder- und Jugendbuch über eine altersgerechte Wortwahl. Das Abenteuer schreitet stets handlungsorientiert voran, vermeidet es aber durch die Story zu hetzen. So lernt der Leser eine Welt abseits der Alltagsrealität vieler „normaler“ Menschen kennen, eine magische Parallelwelt die sich unauffällig an die bekannte schmiegt. Der Autor präsentiert eine überschaubare Auswahl an Figuren, die jedoch stets über einen angenehm markanten Charakter verfügen. Die Magie in Form von konkreten Zaubern und Artefakten wird als recht einfach, wenn auch nicht ungefährlich, dargestellt, ohne sich jedoch in einem wahlloses Feuerwerk auszutoben. Zudem ist das Erlernen dieser Kunst ein aufwändiges und schwieriges Unterfangen. Das Thema Magie scheint sich in diesem Auftaktband noch nicht erschöpft zu haben, der Zugang zu den Elementen, die Aufteilung in Elementaristen und Alchimisten wird zwar erklärend beleuchtet, bietet aber auch noch Stoff für die weiteren Bände der Reihe.

Kritisch muss benannt werden das Derek Landy die Figur Stephanie etwas zu leicht in das Abenteuer schlittern lässt. Zwar hat sie kaum reale Chancen sich dessen zu erwehren, jedoch nagt keine Spur von Zweifel an ihr als sie Skulduggery in die magische Welt neben der ihren folgt und sich tagelang der Detektivarbeit widmet. Das Mädchen verschwendet keinen Gedanken an ihre Eltern, auch wenn diese von Stephanies Abwesenheit Dank eines magischen Spiegels fast nichts bemerken. Ebenso wenig fürchtet die 12 jährige weder Verletzungen oder ihren Tod, wobei beides sich zu ständigen Begleitern entwickeln. Hier präsentiert der Autor zwar eine unerschrockene, wagemutige Heldin wie sie im Bilderbuch steht, der realistische Anspruch an den Charakter geht in diesem einen Punkt jedoch leider verloren.

„Skulduggery Pleasant – Der Gentleman mit der Feuerhand“ ist der gelungene Auftakband einer All Age Fantasyreihe der Lust auf mehr macht. Eine spannende, witzige und turbulente kurzweilige Unterhaltung. Das gewisse Etwas für Zwischendurch mit der sehr schönen Erwähnung eines H. P. Lovecraft und einem ebenso schönen Seitenhieb an erotisch inszenierte Vampirverführer.

Mehr Infos, Leseprobe und Hintergründe zu dem Buch: Skulduggery – Loewe Verlag

Buchfakten:

Derek Landy
Skulduggery Pleasant, Band 1
Der Gentleman mit der Feuerhand
Hardcover
16,90 € (D)
ISBN 978-3-7855-5922-2

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