Der dunkle Hirte hat die Zeit der Dämmerung über Kryson heraufbeschworen Kryson-Daemmerung-Fantasyund der Kontinent Ell fällt in Dunkelheit. Bernd Rümmelein schliesst mit seinem dritten Kryson Band an die atemberaubenden Abenteuer der beiden vorherigen Bücher an. Nach dem erschütternden Auftaktband seines High Fantasy Epos Die Schlacht am Rayhin führt der Autor seine Protagonisten nun auf ihre eigenen Pfade der Dunkelheit und zwingt sie in ihren schwersten Kampf.

Einer lebenden Statue gleich hatte Prinz Vargnar die Zeit überdauert, den Steinen gelauscht, um im Augenblick der grössten Not auf Kryson seinesgleichen aus ihrer ewigen Ruhe zu erwecken. Im Zwielicht der magischen Dämmerung kehrt das Volk der Altvorderen nach Kryson zurück.

Die Felsgeborenen und ihre kleinen Felsenfreunde haben die Geburt der Lesvaraq vernommen und begeben sich in ihre ursprüngliche Heimstädte zurück. In die Burg des Quadalkar und seiner Bluttrinker. Nur einer unter ihnen, der Prinz der Felsgeborenen, wählt einen Weg in die Weiten des kriegsgeschädigten Kontinents einzuschlagen um als Teil der Prophezeiung das Gleichgewicht auf Kryson wiederherzustellen und das verschollene Buch des Ulljan zu bergen…

Die Lesvaraq wandeln wieder auf Kryson, zwei sind sie und doch einmalig in der bekannten Geschichte des Kontinents. Kallya ist zweifelsohne dem Licht zugewandt und in den Tiefen des alten Faraghad Waldes unter der Obhut der Naiki verborgen. Doch die Gemeinschaft der Waldläufer ist dem Blick des dunklen Hirten nicht entgangen, zu hell erstrahlt Kallyas Licht über dem dunklen Antlitz Krysons. Jedoch vermag ihr Glanz innerhalb der Baumsiedlung nicht alle Gemüter zu erwärmen und hat es möglicherweise auch gar nicht vor…
Tomal der offizielle Sohn des Fürstenpaars aus Eisbergen ist der zweite Lesvaraq, doch im Vergleich zu seiner Schwester ist er mit zwei Zeichen geboren. Licht und Dunkel schlummern gleichermassen in ihm. Wie sie sich auch zu einander verhalten mögen, die Zeit ist gekommen das sie ein weiteres Stück ihres Weges an der Seite eines auserwählten Magiers verbringen. Und währrend Sapius sich auf macht um zu dem Eispalast zu reisen greift der dunkle Hirte nach der Waldsiedlung der Naiki.

Madhrab hat einen kalten aber glücklichen Winter in Eisbergen verbracht. Nun mit der ersten Frühlingswärme ist jedoch die Zeit gekommen an den Hof der Bewahrer zurückzukehren und seinem Ziehvater Boijakmar gegenüberzutreten und Rechenschaft zu fordern. Währrend der Held der Schlacht am Rayhin das von Seuchen geplagte Klanland durchquert, gelingt Fürst Chromlion der Durchbruch nach Eisbergen um Elisha und Madhrab festzunehmen und ihre auferlegten Strafe zu vollziehen. Doch nicht nur Chromlion ist auf der Jagd nach dem Paar, ein Schatten schleicht bereits durch die Strassen Eisbergens mit einem Ziel vor Augen. Tomal den Lesvaraq und Elisha die Orna.

Quadalkar hat seinen Kindern zu neuer Stärke verholfen und wagt nun den Schritt über die Grenzen seines Landes hinaus. So zieht seine Schar der Bluttrinker durch die Klanlande und nährt sich an den Überlebenden von Krieg und Seuche. Mit jeden Gebissenem wächst Quadalkars Armee der Untoten bis sie vor die Ordenstore der Bewahrer tritt und eine Entscheidungsschlacht um die Vorherrschaft in Krysons fordert.

Nalkaar der Todsänger und Diener der Rachurenhexe Rajuru begibt sich auf seine heikelste Mission in das Land der Tartyk, in die Heimat des freien Magiers Sapius. Nach der blutigen Niederlage am Rayhin giert Rajuru nach einer neuen Armee, nach einer Armee wie sie Kryson noch nie gesehen hat. Ihr unglaublicher Plan, die Seele eines Drachenreiters und somit eines der letzten Drachen auf Kryson zu beherrschen. Rajuru träumt von einer Chimärenkriegerarmee welche die Stärken ihrer letzten um weites übertrifft.

Was für ein unglaublicher dritter Band! Nach dem Massaker in „Die Schlacht am Rayhin“ gelingt es Bernd Rümmelein trotz Frieden in den Klanlanden ein Buch zu schaffen welches weitaus dunkler als der Auftaktband ist. Der Autor führt seine Figuren erbarmungslos in die dunkeleste Zeit die diese bis dato erlebt haben. Fast möchte man sie ihrem rümmeleinschen Schicksal entreissen, ihnen einen schnellen Tod wünschen statt Zeuge der Abgründe zu werden in die der Autor sie in einer absolut unerwarteten Intensität und Grausamkeit führt. Ein Gefühl ist permanenter Lesebegleiter in „Zeit der Dämmerung“ und das ist die Sprachlosigkeit. Der dritte Kryson Band glänzt durch Intrige, Verrat, Folter und Mord. Verzweifelte Charaktere, Schicksale die das Erwartete und Denkbare übersteigen in einer Welt die Stück für Stück dem dunklen Hirten ihr Leben lässt.

Sprachlich hat Bernd Rümmelein zu seiner Form im ersten Kryson Band zurückgefunden und vollzieht einen sehr schönen Wechsel zwischen rasanten Passagen und ruhigen, eindringlichen Momenten. Eine absolut gelungene Mischung die sowohl dem Abenteuer als auch den Charakteren gleichermassen gerecht wird. Zudem deutet sich bereits ein Aufbruch zu dem unbekannten aber äusserst interessant erscheinenden Kontinet Fee an.

„Kryson 3 – Zeit der Dämmerung“ ist das Buch der Kerker und Verliesse, der Folterer und Peiniger, der Zwietracht und der Dunkelheit. Wer glaubt „Die Schlacht am Rayhin“ sei Bernd Rümmeleins bedrückenstes und zerstörerischstes Werk gewesen wird durch den dritten Band eines besser belehrt. Aber auch etwas wohltuende Schönheit und Hoffnung weiss der Autor in seine Geschichte zu sähen, besonders durch das Volk der Felsgeborenen und ihrer witzigen und sympathischen Felsfreunde, von denen zum Glück keiner auch nur eine entfernte Ähnlichkeit mit Zwergen aufweist. Bernd Rümmelein bleibt seiner eigenständigen Fantasywelt treu und eröffnet sie in neue, unbekannte Tiefen.

Weitere Infos zu dem Buch: Zeit der Dämmerung

Mehr zu Bernd Rümmelein: Kryson Tag und Nacht

Interview mit Bernd Rümmelein: Von Eiskriegern und Todsängern

Buchfakten:
Kryson 3 – Zeit der Dämmerung
Verfasser: Bernd Rümmelein
Illustrator: Thomas von Kummant
848 Seiten
ISBN: 978-3-8000-9502-5

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