Die Stadt Cintra brannte und erzitterte unter den schweren Hufschlägen der Nilfgaarder Invasoren. Doch bis heute hält sich ein Gerücht tapfer. Cirella, die Enkelin Calantes, der Löwin von Cintra hat die verheerende Niederlage und die Zerstörung der Stadt überlebt. Über Cintras Ruinen herrscht das expandierende Reich Nilfgaard unter der eisernen Führung des Diktators Emhyr var Emreis, welcher den Beinamen „Deithwen Addan yn Carn aep Morvudd“ (Die weiße Flamme, die auf den Grabhügeln der Feinde tanzt) trägt.

Was vielen Menschen, Elfen, Zwerge und Gnome Anlass zu ausschweifenden Spekulationen ist, hat sich für den Hexer Geralt zu einer Gewissheit entwickelt. Ciri, Thronerbin Cintras, lebt und das unter seiner Obhut in der verborgenen Hexerstadt Kaer Morhen.

Mit der Aufnahme der jungen aufgeweckten Thronerbin kommt Gerald von Riva einer ihm selbst auferlegten Vorbestimmung nach. In den zugigen Gemäuern und heimtückischen Trainingsparkuren um die Heimstätte der Hexer vollzieht Ciri ihre Ausbildung zur Hexerin. Diese verläuft trotz des aufgedrehten Gemüts des Mädchens bis zu einem gewissen Grad durchaus zur vollen Zufriedenheit ihrer Mentoren. Wären da nicht die sonderbaren Anfälle in denen sie apathisch unverständliche Worte von sich gibt oder in dunkler fremder Stimme eine düstere Zukunft, „eine Schwertzeit, eine Beilzeit und eine Zeit der Wolfsstürme“ prophezeit. In ihrer Hilflosigkeit diesen Momenten gegenüber erbitten die Hexer Kaer Morhens´die Unterstützung einer Magierin und zu Ciri´s Freude die Hilfe einer Frau. Die Gerüchte und Mutmassungen über eine geglückte Flucht der Thronerbin aus dem brennenden Cintra reissen jedoch nicht ab und wecken mehr und mehr Interesse verschiedener Parteien in ihrem Sinnen um Macht und Herrschaft an dem Mädchen…

Andrzej Sapkowski gehört in jedes Fantasy Bücherregal

Das dritte Buch der Geralt Saga ist der erste Roman der Hexer Reihe. Nach den beiden Vorgeschichtenbänden Der letzte Wunsch und Das Schwert Vorsehung welche aus lose zusammenhängenden Kurzgeschichten bestanden ist „Das Erbe der Elfen“ der Auftaktband zur fünfteiligen Fantasy Roman Reihe um den Hexer Geralt von Riva. Jedoch sind inhaltliche Kenntnisse aus den beiden Vorgeschichtenbänden nicht notwendig denn „Das Erbe der Elfen“ bietet einen sehr schönen Einstieg in die Welt des Hexers.

Der polnische Autor Andrzej Sapkowski kann durchaus als der Anarchist des Fantasygenres beschrieben werden. Zu eigenständig und individuell ist seine Schreibweise als das sie Vergleiche erlauben würde. Auch „Das Erbe der Elfen“ hat den Eindruck des Kurzgeschichtenstils nicht gänzlich abgestreift. Hinzu gesellen sich Handlungen die in Teilen eher als halbabgeschlossen bezeichnet werden müssen, Perspektivwechsel je nach Figur und auch Wechsel in der Sicht des Erzählers. Zudem bemüht sich der Autor nur bedingt um eine vollständige Darstellung der Welt und ihrer Geschehnisse. Andeutungen, blasse Erinnerungen, Zeitsprünge, Gedankenfetzen, Momentaufnahmen und Bruchteile von Visionen spicken diesen Roman in einer Form wie sie wohl nur als typisch für diesen Autoren bezeichnet werden kann. Eine immer wieder erfrischende Kombination die Sapkowski Fans so an ihrem Autoren lieben.

War in den beiden Kurzgeschichtenbänden noch Geralt von Riva Hauptfigur in seinen Kämpfen gegen Monster und Unholde, gesellt er sich in „Das Erbe der Elfen“ an die Seite von Ciri und bleibt ein wenig in ihrem Schatten. Wer auf ein spannendes Gemetzel wie in den Vorgeschichten hofft wird in dessen Quantität aber nicht in dessen Qualität enttäuscht werden.

Wunderbar gelungen ist die Figur der jungen Ciri als Zielperson verschiedener Verschwörungen aber auch als Handlungsträgerin. Sapkowski hat mit ihr eine sehr authentische, spannende und witzige Figur geschaffen voller Lebensfreude, kindlicher Naivität, jugendlichem Leichtsinn, Trotz, Neugier und Fragen die im Alter der Pubertät mehr als nur typisch sind. Kenner der Kurzgeschichtenbände dürfen sich jedoch auch auf ein Wiedersehen mit dem Barden Rittersporn, der Magierin Yennefer oder Triss Merigold freuen. Gerade die sehr persönlich formulierten Dialoge aller Charaktere sind es die Sapkowskis´Werken ein strahlendes i-Tüpfelchen verleihen.

Andrzej Sapkowski sticht aus der Masse der Fantasyautoren als brillanter individueller Schreiber heraus dem so wohl liebevoll beschrieben Gefühlsmomente wie auch spannende Konfrontationen ausgesprochen gelingen. „Das Erbe der Elfen“ – ein spannender, magischer und unvergleichlicher Fantasy Roman.

„Das Erbe der Elfen“ ist als Taschenbuch mit und ohne Geschenkbox erhältlich.

Mehr Infos zu dem Buch: Das Erbe der Elfen

Alles über Andrzej Sapkowskis Fantasy-Saga um den Hexer Geralt von Riva: Der Hexer

Buchfakten:
Andrzej Sapkowski
Das Erbe der Elfen Roman
dtv premium
Aus dem Polnischen von Erik Simon
384 Seiten
ISBN 978-3-423-24754-2

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