Alek führt ein beschauliches Leben in der kleinen Ortschaft nahe Tyridan. Als Bäckerlehrling verdient er sich seinen Lebensunterhalt und hilft gelegentlich in dem kleinen Laden, für vermeintlich altertümliche Fundstücke und Ramsch, aus. Als er in den Kellerräumen des kleinen Geschäftes einen sonderbaren Talisman entdeckt und dieser das Interesse eines dunklen Hexers erregt, wird Alek in ein Abenteuer gezogen, wie er es nicht für möglich gehalten hätte. Nachdem sein Heim und der Laden in einem magischen Feuer untergehen, ist Alek zur Flucht gezwungen. Mit einem halbblinden Krieger, der jungen Tochter der Ladenbesitzerin und einem einsamen Waldläufer, flieht Alek in die Wildnis des Nordens – nach Faerie.

Eine High Fantasy Quest präsentiert Jason N. Beil, nach einem etwas holprigen Anfang, in seinem ersten Roman um die Talisman Kriege. Das Abenteuer von Alek Maurer ist eingebettet in einen epischen Machtkampf und so wird der Bäckerlehrling unfreiwillig zum zentralen Teil dieses Konfliktes. Der Autor hat eine schöne, wenn nicht untypische, Heldengruppe geformt und lässt diese in die wilde Natur des Nordens aufbrechen. Als Spannungsfaden zieht sich die Verfolgung der überforderten Gruppe, nach ihrem überstürzten Aufbruch, durch Salin Urdrokk. Der dunkle Hexer hat sein Augenmerk auf den Talisman gelegt, jenes magische Artefakt, welches einst den Willen der Elben brach und sie dem schwarzen Turm unterwarf. Sollte dem Hexer das Auffinden des Artfaktes gelingen, würde er von seinem Grossmeister Vorik Seth, Herrscher des verwüsteten Landes Mul Kytuer, mit Macht und Wissen belohnt werden. Dem erfahrenen Hexer und Kriegsherren gelüstet es nach einer erneuten Unterwerfung der noch freien Länder, allen voran dem widerspenstigen Elbenreich.

„Flucht nach Faerie“ weisst deutliche Parallelen zu J.R.R. Tolkiens „Herr der Ringe“ auf, in seiner Geschichte und Auswahl der Charaktere. Die Heldengruppe verfügt jedoch über einen gewissen Charme in ihrer stolpernden und kräftezehrenden Flucht. Auch wenn es dem Autoren manchmal etwas an Gründlichkeit und Eigenständigkeit fehlt, hat er doch einen Roman erschaffen, der vor allem durch seine bildlich Sprache und eine sehr schön Liebesgeschichte besticht. Neben klassischen magischen Momenten wie Feuerbällen, begegnen dem Leser allerhand fantastische Kreaturen wie Dämonen, Elben, Waldschrate, Gestaltwandler, Oger, Kobolde,… Kurzum, ein Mix klassischer Fantasy Elemente, in einem klassischen Fantasy Abenteuer.

Wer auf der Suche nach einem innovativen High Fantasy Buch, mit frischen Ansätzen, ist, wird hier kaum fündig. Für Einsteiger in das Genre der High Fantasy, die in eine schöne Abenteuerquest reinschnuppern möchten, ist „Flucht nach Faerie“ genau das richtige.

Mehr Infos zu dem Buch: Flucht nach Faerie

Buchfakten:
Jason N. Beil
Flucht nach Faerie
Otherworld
448 Seiten
13,5 x 21,5 cm
978-3-8000-9516-2

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