Mit dem Fantasy Roman „Der Elbenschlächter“ hat das Autorenduo Jens Schumacher und Jens Lossau im April 2010 den gewitzten Auftakt zu ihrer Reihe um das Ermittlergespann Jorge und Hippolit gelegt. Umso erfreulicher, das beide Autoren für ein Interview zu ihrer eigenwilligen Romanserie zur Verfügung standen. Und so plaudern die „Punks der Fantasy“ munter über die Entstehung von „Der Elbenschlächter“, die Planung der 40 folgenden Bände, verstaubte Genre Konventionen und schriftstellerischen Anarchismus, alkoholschwangere Arbeitstreffen, die 999 Kinder- und Jugendbücher des Jens Schumacher, u.v.m.

Garantiert viel Spaß mit dem Interview mit Jens Schumacher und Jens Lossau!

In „Der Elbenschlächter“ begegnen dem Leser Elemente der klassischen Fantasy, jedoch entpuppt sich der Roman nicht als Werk mit einer epischen Geschichte und weigert sich auf ausgetretenen Pfaden zu wandeln. Stattdessen begibt sich der Leser auf eine detektivische Spurensuche durch die Stadt Nophelet. Wie kam es zu der Idee einen Fantasy-Krimi/Thriller zu erzählen?

Jens Lossau: Wir wollten zwei Genres zu etwas Neuem verbinden, etwas, das es in dieser Form bisher noch nicht gab. Da wir beide auf dem Gebiet des Phantastischen unsere Wurzeln haben und zusammen bereits einige Krimis bzw. Thriller geschrieben hatten, fanden wir, dass es spannend sein könnte, mit einem Crossover zwischen beiden Sparten etwas frischen Wind in das angestaubte und zuweilen erschreckend konservative Genre der High Fantasy zu blasen. Zudem wussten wir, dass sowohl das Krimi- als auch das Fantasygenre sehr treue Fans haben, und in Zeiten allgemeiner Krisen erschien es uns als eine sichere Bank, mit einem lukrativen Zwitter-Genre mittelfristig unser bescheidenes Überleben zu sichern (lacht).

Jens Schumacher: In Wahrheit war es so, dass wir über die Jahre immer wieder festgestellt haben, dass viele narrative Mechanismen in der Abenteuer- und Spannungsliteratur – also sowohl dem Thriller als auch der Fantasy – verblüffend ähnlich funktionieren. Da wir das eine (Krimi) oft genug durchexerziert hatten, um sicher zu sein, dass wir es rudimentär beherrschen, das andere (Phantastisches) schon seit Jahren mal wieder machen wollten, lag der Schritt nahe, beides zu vereinen.

Welchen Reiz hatte es für euch, mit den erwähnten bekannten Elementen zu spielen und auf Originalität statt auf Bewährtes in bewährter Form zu setzen?

Jens Lossau: Eine bekannte Zeitung hat mal geschrieben, Lossau & Schumacher seien die Punks der Fantasy. Das fanden wir zunächst etwas verwirrend, müssen mittlerweile aber zugeben, dass es wohl zutrifft.

Jens Schumacher: Wobei wir vielleicht eher der Heavy Metal der Fantasy sind … Aber es ist auch nicht unbedingt schwierig, aus einer Menge grau gekleideter Traditionalisten hervorzustechen, metaphorisch gesehen. Oder?

Jens Lossau: Wir sind einfach dieser ganzen verstaubten Konventionen überdrüssig, und davon existieren gerade in der Fantasy enorm viele. Dabei gibt doch dieses Genre so unglaublich viel her: Man kann machen, was die Phantasie hergibt – deswegen heißt es ja so! In all unseren Kollaborationen haben wir seit jeher das gemacht, was wir wollten (und dabei ein paar der wildesten Regionalkrimis aller Zeiten geschrieben). Das wollten wir in der Fantasy fortsetzen. Es ist schade, dass so viele Autoren – gerade aus Deutschland – so engstirnig an ein im Grunde wundervoll anarchistisches Genre herangehen. Das war unser Ding nicht.

Jens Schumacher: Wir leben im 21. Jahrhundert, das bedeutet, keiner von uns wird mehr die Geburt eines gänzlich neuen Genres in Literatur, Musik oder bildender Kunst miterleben. Der letzte Weg, als Künstler noch etwas Originelles, Eigenes zu schaffen, ist die Neukombination bekannter Versatzstücke – Crossover, Collage und Mash-up heißen die Mittel, langweilige, abgegraste Gemeinplätze sind die Alternative. Wir haben uns für Ersteres entschieden.

Ebenfalls enthüllt sich der Ausgangsort des Abenteuers als durchaus untypisch. Wie kam es zur der Entstehung des ersten Ermittlungsfalls von Jorge und Meister Hippolit im Rotlichtmilieu?

Jens Lossau: Uns war bewusst, dass den Elben, wie man sie kennt, stets etwas unterschwellig Sexuelles anhaftete, mit ihrem ätherischen Auftreten, den schwülstigen Liedern, den Strumpfhosen und so weiter. Also haben wir den Aspekt weitergedacht, was wäre, wenn die große Zeit der Elben vorbei wäre? Wenn sie nicht wie bei Tolkien nach Valinor abhauen könnten? Wenn sie irgendwie überleben müssten und dafür ihre Körper verkauften, auf die Angehörige anderer Völker schon lange ein begehrliches Auge geworfen haben? Es war ein klassisches, alkoholgeschwängertes Gedankenspiel zwischen Lossau & Schumacher: Ein Wort ergab das andere, und plötzlich ging es wieder mal um Sex (lacht).

Jens Schumacher: Eine unserer Grundprämissen bei der Konzeption der Reihe um Jorge und Hippolit war es, Kausalketten zu Ende zu denken, die in der Fantasy bisher nicht zu Ende gedacht wurden. Wir sind Verstandesmenschen, haben folglich eine Schwäche für beantwortete Fragen: Elben lieben Strumpfhosen, Tanz und Dichtkunst? Dann sind logischerweise etliche von ihnen schwul und tragen Oberlippenbärte! Zwerge arbeiten tendenziell unter Tage, bei schlechter Beleuchtung? Sie haben allesamt kaputte Augen und benötigen dicke Sehhilfen! Und so weiter, und so fort. Das ist für Autoren von Fantasy-Stoffen sicher etwas unüblich, aber wie gesagt: Um den ausgelutschten alten Krempel zum 100.000sten Mal zu machen, haben wir uns nach all den Jahren weiß Gott nicht wieder der Fantasy zugewandt.

Die Figur mit dem höchsten Spaßfaktor ist wohl der Troll Jorge. Wie ist diese Figur entstanden, mit ihrer Fülle an Sprichwörtern?

Jens Lossau: Unsere Figuren entstehen immer weit im Vorfeld. Uns war früh klar, dass wir – wie so häufig in unseren Romanen – zwei explizit gegensätzliche Charaktere aufeinander loslassen wollten, um Raum für Reibereien, witzige Dialoge und die eine oder andere Backpfeife zu schaffen. Während eines längeren Telefonats, dem Grundstein der Serie, entstanden Jorge und Hippolit in groben Zügen, noch vor den eigentlichen Handlungsplots.

Jens Schumacher: Ich hasse es wirklich, wenn Autoren ihre Unfähigkeit, im Vorhinein ein Buch von A bis Z zu durchdenken und komplett zu plotten, damit zu kaschieren versuchen, dass sie behaupten, ihre Figuren hätten »während des Schreibens ein Eigenleben entwickelt«. Im Fall von Jorge und Hippolit müssen wir allerdings zugeben, dass sich deren Wesenzüge, die wir im Vorfeld zunächst grob angedacht hatten, nach und nach immer konkreter herausschälten. Was aber noch längst nicht bedeutet, sie hätten irgendwann »einfach gemacht, was sie wollten«! Wer so etwas behauptet, hat den Job des Romanschreibens nicht verstanden.

Jens Lossau: Was Jorge – neben seinen unleugbaren positiven Eigenschaften, wie etwa seinem großen Herzen und seinem mehr als menschlichen Mitgefühl – u.a. so sympathisch und unterhaltsam macht, ist, dass er natürlich in Wirklichkeit kein einziges »altes Trollsprichwort« kennt – er denkt sie sich aus, passend zu jeder denkbaren und undenkbaren Situation!

Eure Elben haben ihren Glanz verloren, die Weisheiten der Welt ruhen nicht mehr in dem Gedächtnis ihres Völkchens, sie sind ein heruntergekommener Schatten ihrer einstmals strahlenden Erscheinung. Was habt ihr gegen die edlen Spitzohren oder warum der Bruch mit diesem alteingesessenen Bild, des über allen stehenden Volkes?

Jens Schumacher: Ich muss zugeben, dass ich die Elben schon mit elf, zwölf, als ich zum ersten Mal Tolkien und andere Klassiker der Fantasy las, immer irgendwie sonderbar fand. Über die Jahre wunderte es mich dann zunehmend, dass nirgendwo die auf der Hand liegende homoerotische Komponente, die diesem Volk so plakativ innewohnt, thematisiert wurde. Das blieb nun eben an uns hängen …

Jens Lossau: Es gab seinerzeit, als Tolkiens »Herr der Ringe« erschien, Rezensenten, die in seinen Elben einen neuen Übermenschen, eine Art vollkommenen Arier sahen; entsprechend scharf war die Kritik. Das ist natürlich total lächerlich. Allerdings wäre es doch extrem langweilig, ewig auf starren Archetypen herumzureiten, ohne ihnen mal eine neue Facette hinzuzuaddieren. Ein neuer Blickwinkel ist oft spannend. Wir haben aber nichts gegen Elben im Speziellen. Auch in den folgenden Bänden bekommt noch so manches klassische Fantasy-Volk sein Fett weg (lacht).

Welcher Figur aus „Der Elbenschlächter“ würdet ihr gerne einmal persönlich treffen?

Jens Lossau: Ich bin seeeeeehr froh, dass diese Figuren weit weg wohnen. Mal unter uns – so sympathisch Jorge sein mag, ich wollte ihn nicht unbedingt bei mir zu Hause zum Mittagessen haben. Und du, Schumacher? Hippolit bei dir in deinem Rauchersalon?

Jens Schumacher: Danke, aber nein danke! Hippolit wäre in seinem Wissen um seine eigenen beträchtlichen Fähigkeiten und seine aus dem mangelnden Respekt seiner Umwelt resultierenden Komplexe kein geschätzter Besucher in meiner Höhle tief unter der Erde. Interessant fände ich es dagegen, mit Geheimrat Karliban, dem Leiter des IAIT, einen Formwechsler aus dem alten Reich Enopacla kennenzulernen und ihn vielleicht als erster Mensch in seiner wahren Gestalt zu sehen. Oder einen dieser schnauzbärtigen Elben aus Foggats Pfuhl – sicher interessant zu erfahren, was ich bei ihm so für vier Silberkaunaps kriege … (lacht)

„Der Elbenschlächter“ bildet den Auftakt eurer Fantasy-Reihe. Auf wie viele weitere Bände darf man sich freuen, und werden diese ebenfalls in den Straßen Nophelets spielen?

Jens Lossau: Band zwei ist schon fertig und trägt den Titel „Der Orksammler“. Er erscheint im Herbst. Jorge und Hippolit verlassen darin Nophelet und besuchen stattdessen die Grabstadt Torrlem, wohin sämtliche Toten des Landes zur Entsorgung gebracht werden … aber ich will nicht zu viel verraten!

Jens Schumacher: Wir haben momentan konkret Stoff bis Band fünf, unsere Ideen würden aber noch für Dutzende weiterer Romane reichen. Ob, wann und in welcher Form diese erscheinen, hängt allerdings weniger von uns ab als vielmehr davon, wie gut Jorge und Hippolit bei den Lesern ankommen. Wenn außer meiner Schwiegertante und dem Großneffen des Nachbarn meines Zahnarztes keiner unsere Bücher kauft, wird man uns bei LYX kaum vierzig weitere Bände schreiben lassen.

Man darf darauf hoffen, dass Hippolit und besonders Jorge dem Leser in der Serie erhalten bleiben?

Jens Lossau: Aber sicher! Ein guter Teil der Geschichten, die wir erzählen, beschreibt außergewöhnliche Personen bzw. ihr Verhalten in außergewöhnliche Situationen. Jorge und Hippolit werden in jedem Band mit von der Partie sein, wenngleich nicht statisch und ewig gleich, wie es in der Fantasy sonst Usus ist.

Jens Schumacher: Das reale Leben ist auch nicht statisch – niemand reist vom Auenland bis vor die Tore Mordors und hat immer noch den selben Dreitagebart! Unsere Figuren leben, das bürgt dafür, dass die Sache spannend bleibt – in erster Linie für uns, in zweiter Instanz hoffentlich auch für die Leser.

„Der Elbenschlächter“ ist nicht euer erstes gemeinsames Buchprojekt. Was ist das Erfolgrezept eurer Zusammenarbeit und wie muss man sich diese konkret vorstellen?

Jens Lossau: Das Erfolgsrezept ist eigentlich ganz simpel: Du musst deinen Co-Autor seit mindestens dreißig Jahren kennen, beide müssen in ihrer Jugend viehisch viel gelesen und sich seit Teenagertagen gemeinsam Geschichten ausgedacht haben. Wenn du dann noch ungefähr fünfzehn Jahre gemeinsamer Publikationsgeschichte auf dem Buckel hast, ist es ein Kinderspiel, im Halbjahrestakt Fantasy-Romane miteinander zu schreiben.

Jens Schumacher: Der Ablauf bei unseren Kollaborationen ist im Grunde immer gleich. Auf eine Grundidee, die gemeinsam geboren wird, sei es am Telefon oder auf ausgedehnten nächtlichen Spaziergängen, folgen Brainstorming-Sessions sowie irgendwann ein erstes, kurzes Exposé, auf Basis dessen das Projekt angeboten wird. Ist das Buch verkauft, erstellen wir ein detailliertes Verlaufsexposé, das es uns ermöglicht, das Buch zu gleichen Teilen mehr oder weniger getrennt voneinander auszuarbeiten. Es folgen diverse inhaltliche und stilistische Korrekturrunden, und irgendwann liegt ein fertiges, von vorne nach hinten lesbares und in einem einheitlichen Stil verfasstes Buch auf dem Tisch. Möglich wird diese sehr spezielle Art der Zusammenarbeit durch unseren über weite Strecken identischen kulturellen Rezeptionshorizont. Ein Resultat unserer langen Freundschaft und in dieser Form, denke ich, unter deutschen Autoren sicher etwas Einmaliges.

Jens Lossau: Neben unseren Kollaborationen macht dann natürlich jeder noch seine Solosachen. Schumacher ist ja ein erfolgreicher Kinder- und Jugendbuchautor, der ungefähr … wie viele Bücher sind es eigentlich?

Jens Schumacher: Etwa 999.

Jens Lossau: … der in dieser Sparte etwa 999 Einzeltitel auf den Markt geworfen hat. Ich selbst veröffentliche derzeit Mystery-Geschichten und Thriller im Blitz-Verlag.

Was hat euch beim Entwerfen der Roman-Serie am meisten Spaß gemacht, am meisten gereizt? Die Figuren oder das Königreich Sdoom bzw. die Welt Lorgonia?

Jens Lossau: Beides. Aber ich war schon immer ein Freund von differenzierten Charakteren, und so ist auch Jorge weit im Vorfeld entstanden: ein grober, alkoholsüchtiger, tumber Troll mit einer gewissen sozialpädagogischen Neigung … eigentlich ein Abziehbild meiner Wenigkeit, wenn ich genauer darüber nachdenke. Schumacher war dagegen schon immer so ein ausgefuchster Weltenbau-Nerd …

Jens Schumacher: Mich hat es von klein auf fasziniert, komplexe, dabei voll funktionsfähige geographische, politische oder soziale Wirkungsgefüge zu konstruieren. Das Magiesystem in den IAIT-Romanen (bei uns »Thaumaturgie« genannt) stellte eine besondere Herausforderung dar, da es eben nicht so platt und/oder unlogisch geraten durfte, dass es die reale deduktive Ermittlungsarbeit unserer beiden Detektive beeinträchtigt hätte. Ich verfüge über die auf manche Menschen beängstigend wirkende Fähigkeit, mir Hunderte von Sachdaten und ihre Position in einem u.U. über tausendseitigen Text exakt merken zu können, ganz ohne Karteikästen, ellenlange Baumdiagramme oder Plotcharts; daraus resultiert, dass ich in unseren Büchern oft für diesen Teil der Arbeit zuständig bin, während Lossau dafür sorgt, dass bestimmte Figuren sympathisch, unsympathisch, tragisch oder albern sind.

Jens Lossau: Und manchmal ist es auch genau umgekehrt! (lacht)

Ihr beide seid Autoren, die sich offenbar gerne in der „Großschublade Phantastik“ tummeln. Welchen Reiz hat phantastische Literatur als Leser und Schreiber für euch?

Jens Schumacher: Ich habe seit der Grundschule extrem viel phantastische Stoffe gelesen, eigentlich alles, was während der 70er und 80er auf dem deutschen Markt verfügbar war. Ich empfand den bis in die 70er durchgehend negativ konnotierten eskapistischen Aspekt dieser Literaturgattung immer als etwas Reizvolles, da mich diese Geschichten in die Lage versetzten, Dinge zu erleben, Personen kennenzulernen und Orte zu besuchen, die mir im langweiligen Alltag verschlossen blieben. Eine große Bereicherung!

Jens Lossau: Und als Autor des Phantastischen darfst du alles! Wenn innerhalb deines fiktiven Kosmos alles schlüssig bleibt, gibt es keine Grenzen, weder inhaltlich noch subtextuell. Darüber hinaus sind in der Phantastik starke Gefühle vertreten: Angst, Tragik und Schrecken im Horror, Dramatik, Liebe und Hass in der Fantasy, und so weiter. Das macht das Ganze so vielfältig und reizvoll.

Zudem leitest du selber auch Workshops, welche sich dem Schreiben von Fantasy-Erzählungen widmen. Wie bist du zum Schreiben gekommen und was erwartet aufstrebende Autoren in „Der kleine Weltenbaukasten“?

Jens Schumacher: Als ich in der Grundschule zu schreiben begann, hatte ich niemanden, der mir half oder mich anleitete. Das war nicht weiter schlimm, da die Reizüberflutung damals noch nicht so stark war und mir Zeit und Muße blieben, mir vieles autodidaktisch beizubringen. Jahre später kam ich im Zuge meiner Lesereisen mit zahlreichen Jugendlichen in Kontakt, die ebenfalls vor kreativer Energie übersprudelten, in einer Welt voller multimedialer Ablenkung aber nicht wussten, wie sie diese produktiv umsetzen konnten. Infolge des jüngsten Booms bot sich die Fantasy-Thematik für einen Schreibworkshop an, da sich Jugendliche mit Elementen, die sie aus Filmen und Büchern kennen, prima abholen und weiter motivieren lassen. In meiner Schreibwerkstatt »Der kleine Weltenbaukasten«, die sich explizit an Schüler der Orientierungs- und Mittelstufen richtet, praktizieren wir das Tolkien-Prinzip, d.h. über die geographische und soziale Konzeption einer eigenen Welt geht es an das Verfassen eines eigenen Textes. Das ist simpel, macht Spaß und fördert in kurzer Zeit erstaunliche Resultate zutage.

Wie lange habt ihr an „Der Elbenschlächter“, von der ersten Idee bis zum fertigen Roman, gearbeitet?

Jens Schumacher: Das lässt sich so nicht exakt beantworten, da zwischen der Grundidee, den verschiedenen Exposéstufen und dem Beginn der konkreten Schreibarbeit viele Monate lagen, in denen wir an anderen Sachen gearbeitet haben. Die erste Idee dürfte jetzt ungefähr eineinhalb Jahre zurückliegen, das tatsächliche Schreiben des Romans hat etwa zwei Monate in Anspruch genommen.

Jens Lossau: Der Ablauf ist immer derselbe: Erst werden monatelang Ideen gesammelt, Exposés erstellt und sogenannte »Arbeitstreffen« abgehalten, die maßgeblich der Vernichtung großer Mengen von Alkohol und Nikotin dienen. Irgendwann – in der Regel wenige Wochen vor dem Abgabetermin – fangen wir dann an zu schreiben … sofern wir nicht gerade in unseren Ferienhäusern in Südfrankreich oder an der Nordsee Urlaub machen.

Jens Schumacher: Dem kann und möchte ich nichts hinzufügen.

Der zweite Roman wird den Titel „Der Orksammler“ tragen. Könnt ihr schon etwas aus seinem Inhalt andeuten?

Jens Schumacher: Aus dem Heerlager einer Militärstreitmacht, die seit Wochen in der Ebene von Torr auf ihren Einsatz wartet, verschwinden Nacht für Nacht Soldaten, allesamt Orks. Die Vermissten werden Tage später tot in der Karstwüste rings um das Lager gefunden. Jemand – oder etwas – hat ihnen mit roher Gewalt die Herzen aus dem Leib gerissen! Da Leichen und Tatorte Rückstände von Magieanwendung aufweisen, schickt man umgehend nach den beiden erfahrensten Ermittlern des IAIT, Meister Hippolit und Jorge dem Troll. Die beiden folgen der Fährte des Täters bis in die Mauern von Torrlem, der berüchtigten Grabstadt. Hier, umgeben von Abertausenden von Leichen, stoßen sie auf ein grauenhaftes Geheimnis …

Jens Lossau: Das war aber wohlklingend formuliert … das kommt doch nie im Leben von dir! War das die Titelinfo des Verlags?

Jens Schumacher: So sieht’s mal aus. Wenn einer weiß, um was es in dem Buch geht, dann die Redakteurinnen von LYX. Und jetzt ist es, denke ich, mal wieder an der Zeit für ein kleines »Arbeitstreffen«, oder?

Jens Lossau: Eine Zigarre für den Mann!

Vielen Dank für die tollen und äusserst unterhaltsamen Antworten!

Mehr zu dem Buch: Der Elbenschlächter

Homepage der Autoren: Jens Schumacher Jens Lossau

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