„Weißblatt“ von Peter Hohmann ist die Gewinnergeschichte einer Kurzromanausschreibung des Arcanum Fantasy Verlags und mit seinen 86 Seiten ein kurzes aber gelungenes Fantasy Abenteuer.

Henk hatte einiges dafür getan um einer Entdeckung zu entgehen. Selbst in dem kleinen Dorf lebt er zurückgezogen, tritt nur mit hochgeschlossener Kleidung aus dem Haus und trägt stets das magische Schutzamulett um seinen Hals. Königsmörder schimpften sie ihn und seine treuen Gefährten, nachdem in jener Nacht vor vielen Jahren der Dämonenkönig zu Fall gebracht wurde.

Es war Eshkari, der lang herbeigesehnte Tag wohl jeder angehenden jungen Frau, der Festtag zu Ehren der Göttin Melvena. Neben einem rauschenden Fest, beinhaltet dieser Tag auch ein Ritual, in deren Mittelpunkt jene Mädchen stehen die die Schwelle zum Frausein feierlich und mit Melvenas Segen überschreiten werden. In diesem Jahr nimmt auch Orrins Tochter Amelia teil und ist vor Vorfreude bereits völlig aus dem Häuschen. Orrins Schwester war einst mit Henk zusammen gewesen, bevor Krankheit und Fieber sie ihm entrissen. Doch die Nähe zur Familie seiner Verstorbenen ist geblieben und so begleitet Henk seinen Schwanger und die hübsche Amelia zu der Zeremonie auf dem Tempelplatz. Wortlos schreitet die Priesterin an den Mädchen vorbei, bestreut sie mit weißen Blättern, dem Symbol Eshkarons, des Baums des Lebens und legt ihnen ihre Hand auf die Stirn. Als die Priesterin jedoch Amelia berührt geschieht etwas, was nur als göttliches Zeichen gedeutet werden kann. Wenig später durchstreifen Soldaten die Ortschaft, auf der Suche nach dem Weißblatt, angeführt von einer Magierin, derer Verfolgung sich Henk bzw. Askar der Schlitzer, der Mann der als einziger den Todesskorpion auf seiner Brust prangen hat, jahrelang erfolgreich entziehen konnte…

Peter Hohmann kann Fantasy schreiben und dies tut er auch in dem Kurzroman „Weißblatt“. Die Geschichte entpuppt sich als durchgehend spannendes Abenteuer mit einem, in die Jahre gekommenen, Haudegen als Hauptfigur. Besonders Askar weiß durch sein Kampfkönnen, begleitet von altersbedingten Wehwehchen, seiner Geschichte als der legendäre Schlitzer, welcher mit jedem seiner Todesopfer dem dunklen Gott Melosh huldigte und seinem liebevollen, fast väterlichen Verhältnis zu der entführten Amelia zu überzeugen. Der Autor präsentiert hier eine facettenreiche Figur, jenseits eines strahlenden Heldendaseins und gibt ihr einen Gefährten mit ungewöhnlicher Persönlichkeit an die Seite. Besonders diese individuellen Figuren, Helden die ihre besten Jahre bereits hinter sich gelassen haben, sind in diesem Roman ein Garant für fantastischen Lesespaß.

Das Abenteuer der Errettung Amelias verläuft wie man es erwartet, wenn Altherrenkrieger zur Jagd aufbrechen. Spannend, ungewöhnlich, mit überraschenden Wendungen und einer Trotzhaltung Gefahren und Gesetzen gegenüber, die fast an Starrsinn grenzt. Hier geht es durchaus blutig und actionreich zu, schließlich geht Askar von dem letzten Abenteuers seines Lebens aus.

Peter Hohmann beherrscht sowohl die rasanten Momente von Kampf und Verfolgung, wie auch jene leisen und stillen Situationen düsterer Gedanken und innerlicher Zwiesprache. Dieses Können vereint er in „Weißblatt“ und macht aus ihm einen kurzen sehr ausgewogenen Fantasy Roman.

Peter Hohmanns „Weißblatt“ – ein spannender Fantasy Kurzroman mit packender Action, ungewöhnlichen und äußerst gelungenen Figuren und einer etwas anderen Heldengeschichte zwischen Sword & Sorcery und epischem Hintergrund, welche schlichtweg zu überzeugen weiß.
Peter Hohmann, ein Name den man sich in Sachen Fantasy merken sollte.

Mehr zu dem Buch: Weißblatt

Buchfakten:
Weißblatt
Peter Hohmann
Arcanum Fantasy Verlag
86 Seiten
ISBN: 978-3-939139-12-6

Advertisements