Kaum hat er seinem Vater den Garaus gemacht, ereifert sich der junge Herrscher von Nesnilinien, Prinz Wunfrot, in kriegerischer Aggression seinen Nachbarn gegenüber. Um die Unruhe dieses Sprösslings einzudämmen, erbat Sdooms Herrscherin Königin Lislott militärische Unterstützung durch das Orkheer Lyktiens und entsendete es an die eigene Landesgrenze. Bevor die Armee jedoch ihr Einsatzgebiet erreichen konnte, war ein Zwischenstopp in der Steinwüste Torr nötig.
Im ewigen Schein der thaumaturgischen Flamme aus der Totenstadt Torrlem, hat sich die Angst in das Heerlager der Orks geschlichen, denn ein alter Mythos scheint zum Leben erwacht. Wenn die Sterne richtig stehen, erhebt sich der Orksammler, um seine blutige Ernte einzuholen…

Nacht für Nacht verschwinden Orkkrieger aus dem Heerlager in der trostlosen Steinwüste. Die Rede von einem wandelnden Schatten macht die Runde unter den Grünhäuten, eine riesige Gestalt, schnell wie eine Katze und stark wie zehn Trolle, soll im Dunkel um das waffenstarrende Lager schleichen, um Orks zu rauben. Die Opfer wurden meist wenige Tage später in der Wüste gefunden, mit aufgebrochenem Brustkorb, dem das Herz entwendet wurde.
Ein Fall für die zwei Meisterdetektive des IAIT (Institut für angewandte investigative Thaumaturgie). Jorge, der stets bierdurstige und rauflustige Troll und Meister Hippolit, ein über 100 Jahre alter Versierter und Thaumaturge der neunten Stufe, gefangen in dem schlaksigen Körper eines Jugendlichen. Und so brechen die beiden Ermittler ihren verdienten Urlaub, nach den Turbulenzen um den Elbenschlächter, ab und begeben sich in die Stadt des Todes.
Torrlem ist eine Fabrik, eine Arbeiterstadt von grauem Schleier verhüllt, um K´talmars Reich mit Verstorbenen zu füttern. In die abgelegene Wüstenstadt werden Zenit für Zenit sämtliche Tote des Reiches per Torrlem-Express geliefert, am Bahnhof ausgeladen und dann der ewigen Flamme, mit ihrem schmierig-schwarzem Rauch zugefügt. Hippolit und Jorge ahnen zu Beginn ihrer Ermittlungen in dem Orklager nicht, welche dunklen Geheimnisse den Orksammler umgeben und wie tief sie sich in das tote Innere Torrlems wagen müssen…

Mit Der Orksammler präsentieren „Die Punks der Fantasy“ den zweiten, in sich abgeschlossenen Roman, um das kuriose Ermittlerduo Jorge und Hippolit. Ein skuriller Fantasy Thriller, der auch als Einstiegswerk in die phantastische Welt des Jens Lossau und Jens Schumacher genommen werden kann. Wie bereits in dem ersten turbulenten Abenteuer des Erittlerduos um den Elbenschlächter, behält auch das zweite Buch die markanten Züge aussergewöhnlicher Autorenarbeit bei. Hier werden Klischees der klassischen High Fantasy Literatur karikiert, verzerrt, humoristisch aufgepeppt und unterhaltsam verformt, Bewärtes in neuem Gewand mit modernen Impulsen versehen, so das eine farbenfrohe, ungewöhnliche Fantasywelt entsteht.
Wenn das Kuriositätenkabinett Lossau und Schumacher seinen Vorhang fallen lässt, ist dies ein Garant für aberwitzige Phänomene in einem anarchistischen Weltenbau, der durch seine Einzigartigkeit zu fesseln weiss.

Der Ermittlungsauftrag in der bizarren Totenstadt, der Friedhofsfabrik Sdooms, entwickelt sich als mysteriöses, nebulöses und hochspannendes Abenteuer mit Nervenkitzelgarantie. Mit geschultem Verstand und trollischem Fingerspitzengefühl gehen die beiden Helden an ihr Werk, durchforsten Archive, Schänken, Aschehalden und finstere Katakomben. Beständig aufgelockert wird dieses Treiben in unnachahmlichen Maße durch das Ermittlerteam selbst. Meister Hippolit gerät erneut schnell an die Grenzen seiner verhassten körperlichen Jugendlichkeit und Jorge soll im Laufe seiner Nachforschungen in eine Situation geraten, in der selbst er kein vermeintlich altes Trollsprichwort mehr weiss, mit welchen er ansonsten beinahe jedes Ereignisse, so nichtig es auch sein mag, zu kommentieren weiss.
Wer den ersten Band um die IAIT Agenten gelesen hat, wird wissen das Krimi bei Jens Lossau und Jens Schumacher nichts mit trockenem Infodumping zu tun hat, sondern ein Verwirrspiel mit geballter Actionladung, aberwitzigen Dialogen und kuriosen Figuren darstellt.

Wer das Andere sucht, blutige Abenteuer, bizarre Offenbarungen und turbulente Geschichten im Verlauf einer rasanten Acherbahnfahrt, der soll zu Jens Lossau und Jens Schumacher greifen. Auch wenn mit Der Orksammler erst der zweite Roman um das Ermittlerduo erschienen ist, befinden sich diese beiden Figuren bereits unaufhaltsam auf dem Weg zu Kultstatus.

Jens Lossaus und Schuhmachers „Der Orksammler“ – Ein düsteres Abenteuer mit deftig morbidem Anstrich, einer actionreicher Thriller mit nebulösen Geheimnissen, spannungsbeladenen Entwicklungen und genialem Humor. Kriminalistische Fantasy, die das Ungewöhnliche sucht und genau dazu wird.

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Rezension zum ersten Band: Der Elbenschlächter

Nachgefragt bei den Autoren: Jens Lossau und Jens Schumacher Interview

Buchfakten:
Der Orksammler
Jens Lossau, Jens Schumacher
Egmont Lyx
Kartoniert mit Klappe
Seiten: 320
ISBN: 978-3-8025-8258-5

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