Dies war nicht Bartimäus erste Beschwörung, bei weitem nicht, hatte er doch bereits grosse Städte längst vergessener Kulturen wachsen und fallen sehen, als 950 v. Chr. seine Dienste in Jerusalem verlangt wurden.
Nach einigen Sperenzien des aufmüpfigen Dschinns im Herzen Israels, wird Bartimäus von Uruk dem, unter Kobolden, Afriten, Foliots, Dschinns, kurz allen Dämonen gefürchteten, Magier Khaba unterstellt und sogleich mit der strafenden Aufgabe eines Tempelbaus betraut.
Doch Bartimäus wäre nicht Bartimäus, wenn er sich dieser Arbeit ohne Schabernack gewidmet hätte.

So kam es, das sein Schmählieder singender Auftritt in tanzender Nilpferdgestalt von Augen gesehen wurde, deren Freude sich doch arg in Grenzen hielt. König Salomo, Besitzer des mächtigsten je dagewesenen magischen Artefaktes, entsendet Khaba und seine Dämonen wutschnaubend in die Wüste, um dort einer Diebesbande das Handwerk zu legen, welche Angst und Schrecken auf einer wichtigen Handelsroute verbreiten.
War Bartimäus erzwungener Aufenthalt in Israel bisher, neben den Bestrafung des jähzornigen Magiers, kaum auf seine Substanz gegangen und eher von Routine geprägt, soll sich dies in den Weiten der Wüste ändern. Eine junge Frau hat den Überfall der Wüstenbanditen überlebt und schliesst mit Bartimäus einen Pakt, der sich als ein chaotisches Selbstmordkommando herausstellen soll…

Mit Der Ring des Salomo legt Jonathan Stroud seinen lang erwarteten vierten Band um den quirligen Dschinn Bartimäus vor. Der Ring des Salomo ist ein Prequel zu den bisher erschienenen drei Büchern und wirft sein Licht auf einen kurzen Abschnitt in dem Leben des vorlauten Dschinns. Bartimäus 4 ist ein in sich abgeschlossener Roman, der für Fans der Trilogie um Nathanaels Abenteuer mit Bartimäus natürlich Pflichtlektüre ist, aber auch für Einsteiger in die Geschichte des Bestseller-Dschinns das ideale Werk darstellt.

Jonathan Stroud begibt sich wieder in die Urban Fantasy Gestade seines Dschinns Bartimäus , der weltweit unzählige junge wie ältere Leserherzen erobern konnte. Das fantastische Feuerwerk, welches der Autor in den ersten drei Bänden von Anfang an entzaubern konnte, gelingt ihm in Der Ring des Salomo mit Anlaufschwierigkeiten. So springt der Funke zwar auf den ersten Seiten bereits über und es entwickelt sich eine gewitze Geschichte, den farbenfrohen Glanz aus dem ersten Bartimäus Roman besitzt er jedoch nicht. So ist die erste Hälfte von Der Ring des Salomo zwar absolut interessant, gespickt von dem Flair des Israels um 950 v. Chr. und ungewöhnliche Fantasy in Bestform, für Kenner der Bartimäus Reihe aber etwas blass in Ausformung und Inhalt. Wo Das Amulett von Samarkand (Bartimäus 1) bereits auf den ersten Seiten einen rasanten Strudel magischer Hochspannung entfachte, begibt sich Der Ring des Salomo auf die Pfade einer, im direkten Vergleich, zurückhaltenden Einführung, die zunächst doch die Bartimäus typische Quirlichkeit ein wenig vermissen lässt.

Nach diesem eher ruhigerem Aufbau der Geschichte in der ersten Hälfte des Bandes, brechen dann aber bei Jonathan Stroud alle Dämme und es entfacht sich das, was seine Fans so lieben. Ein wahres Feuerwerk des Fantastischen. Als wäre der Autor nun wirklich in seiner Bartimäus Welt angekommen, feuert er aus allen Rohren und lässt ein temporeiches, actiongeladenes und turbulentes Abenteuer, voller Witz und Tücke, unerwarteten Wendungen, überraschenden Entwicklungen, ausweglosen Situationen und grossen Bildern auf den Leser einprasseln. Absolut spannend und fesselnd wird hier ein magisches Chaos entfacht, das droht zu einem Weltenbrand zu werden und schlichtweg nur als brodelnde Kreativität in höchst eigenständiger Form bezeichnet werden kann.
Fantasy der Güteklasse 1A.

Jonthan Stroud hat mit Bartimäus 4 erneut sein Vermögen ungewöhnliche und packende All Age Fantasy zu schreiben, unter Beweis gestellt. Mit schön gezeichneten Figuren und einem Dschinn als Hauptfigur, der mal als tanzendes Nilpferd, mal als schwarze Katze, glühender Phönix, Engel oder Rieseneidechse Israel unsicher macht, ist ein durchaus würdiger Nachfolger und eine faszinierende Vorgeschichte seiner Trilogie um Bartimäus gelungen. Spritzige Fantasy für Jung und Alt.

Jonathan Strouds „Bartimäus 4 – Der Ring des Salomo“ – All Age Fantasy, die keine Wünsche offen lässt. Zwar mit leichten Anlaufschwierigkeiten, aus denen dann aber ein schillerndes und gewitztes Abenteuer entsteht, das an Explosivkraft kaum zu überbieten ist. Für Fans der Reihe ein Muss, für Neugierige ein absoluter Einstiegstipp.

Mehr zu dem Buch: Bartimäus 4 – Der Ring des Salomo

Buchfakten:
Jonathan Stroud
Bartimäus – Der Ring des Salomo
Band 4
Originaltitel: Bartimaeus IV
Originalverlag: Random House, UK
Aus dem Englischen von Katharina Orgaß, Gerald Jung
Ab 10 Jahren
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 480 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-570-13967-7
Verlag: cbj

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