Autorin, Herausgeberin, Journalistin, Rezensentin, Agentin,… Im Genre der Phantastik gibt es wenige, die sie so umtriebig und bekannt sind wie sie. Eine Macherin, die eigene Wege geht und Ungewöhnliches wagt, doch stets für phantastische Bereicherungen der Literaturwelt sorgt. Umso erfreulicher ist es das Alisha Bionda sich bereit erklärt hat ein wenig über ihrer Arbeit, aktuelle Projekten und zukünftige Plänen zu plaudern, sowie einen Einblick in ihren persönlichen Werdegang zu geben.

Viel Spass mit dem phantastischen Interview mit Alisha Bionda!

Alisha Bionda, ein Name um den man nicht herum kommt, sobald man angefangen hat sich mit phantastischer Literatur zu beschäftigen. Wie bist du eigentlich auf dieses Genre gestossen?

Ich war im Grunde weit weg von der Phantastik/Fantasy, bis ich Mitte der Achtziger ein Haus in Neuss kaufte in direkter Nachbarschaft zu Wolfgang Hohlbein und seiner Familie. Wir freundeten uns an – und da nahm meine Vorliebe für dieses Genre seinen Anfang. Denn bis dahin habe ich mehr Sachbücher gelesen. Über okkulte Themen, über Wissenschaftliches – darüber hinaus habe ich mehr Klassiker gelesen. Wie Hesse und Mann, aber auch Zeitgenössisches wie Grass.
Dann drückte mir Heike Hohlbein Märchenmond in die Hand und ab dann habe ich Fantasybücher förmlich verschlungen. Über die klassische Fantasy, der ich mittlerweile nicht mehr so viel abgewinnen kann, kam ich dann zur Phantastik.

Welche Bücher oder Momente waren es die dich fasziniert und bis heute gebunden haben?

Da kann  ich keine einzelnen Momente ausmachen. Es gibt nur einen, der einige Jahre zurückliegt, der sich in mir eingebrannt hat. Das war die Nacht, in der ich Kriecher von Marc-Alastor E.-E. gelesen habe – und völlig in die von ihm geschaffene Welt abgetaucht bin, sogar eine sonderbare Vertrautheit empfand. Er war der erste Autor, seit vielen Jahren, der mich mein Umfeld völlig vergessen ließ und mir „Kopfkino“ schenkte.
In jüngeren Jahren hat mich „Siddhartha“ von Hermann Hesse lange gedanklich begleitet. Nach vielen Jahren des Studiums über Indien und China vermittelt Hesse mit diesem Werk den religiösen Charakter Indiens und diese Erzählung hat mich sehr beeindruckt. Von Zeit zu Zeit treibt es mich immer mal wieder, sie zu lesen. Nun priviligiert im Winter am Meer, wenn die Strände uns Einheimischen gehören.

Wie bist du dann zum Schreiben und Veröffentlichen gekommen?

Auf die klassische Weise: Geschrieben habe ich immer schon. Als Jugendliche Lyrik, dann habe ich eine Underground-Literaturzeitschrift herausgegeben (die HEADLINE), ein Studium belegt, durch das ich richtig ans Schreiben gekommen bin und den normalen Weg beschritten, meine Manuskripte angeboten und das große Glück gehabt, gleich mit meinen ersten beiden Fantasyromanen im Hardcoverbereich bei Ueberreuter zu landen – der Rest ist Geschichte.

Alisha Bionda ist auch ein Markenzeichen für bestimmte Spielarten der Phantastik. In welchen Ecken des Genres fühlst du dich am stärksten zuhause?

Ich habe keine Genre-Festlegung, das wäre für eine kreative „Arbeit“ wie das Schreiben auch tödlich. Ich erfinde mich bei jedem Projekt neu. Genau das macht ja den Reiz aus.
Wert lege ich dabei darauf, dass meine Werke alle nicht plakativ verständlich sind, ich gehe eher hintergründig vor und vieles schwingt bei mir „zwischen den Zeilen“. Da ich selbst keine „Hau-drauf“-Plots liebe oder allzu Klischeebehaftetes, mache ich dann bei den eigenen Texten auch einen großen Bogen darum. Oder versuche es zumindest bzw. grenze es ein.
Was mich auch reizt, ist die Tatsache, dass ich nicht immer im selben Genre auftauche. Außer reinen Liebesromanen gefällt mir im Grunde alles. Die Bandbreite macht es für mich aus.
Aber MÜSSTE ich ein Genre wählen, so wäre es die Phantastik – von der lichten bis zur düsteren Phantastik.

Was ist in einem Werk drin, wenn Alisha Bionda draufsteht?

Immer wieder etwas Neues.
Und kein episches Geplaudere, sondern eher minimalistische Unterhaltung.
Ich gehöre nicht zu den Seitenfüllern, sondern zu den Autoren, die mit wenigen Worten etwas zu erzählen versuchen. Marcel Reich-Ranicki hat einmal etwas sehr Zutreffendes gesagt: Zwei Worte sind gut, eines ist besser.
Das bringt es auf den Punkt.
Darüber hinaus versuche ich immer einem rein phantastischen Plot auch gute Recherche entgegenzusetzen, und das dann zu verquicken. Wichtig ist mir auch, dass die Optik, das Layout meiner Projekte stimmt. Jüngst ist grade so ein Sahnestückchen erschienen, hehe, das du ja schon besprochen hast: ADVOCATUS DIABOLI, bei der Qualität und Optik mit 20 Euronen auch noch ein Schnäppchen (meinen Dank da auch noch mal an den Verleger der „Edition Roter Drache“!!!)

Du scheinst ein niemals ruhender Geist zu sein. Skizzier uns doch einmal was du alles im Bereich der phantastischen Literatur tust?

O weh, das ist kaum mit wenigen Worten zu beschreiben.
Ich arbeite grob gesprochen in folgenden Bereichen: Autorin & Herausgeberin, im PR-Bereich und als Journalistin. Und ab 2011 betreibe ich auch noch die „Agentur Ashera“.
Die Schwerpunkte verändern sich immer, je nach Stand meiner persönlichen und beruflichen Entwicklung.
Die letzten beiden Jahre habe ich mehr auf die Herausgabe und PR-Arbeit gesetzt. Das soll sich ab 2011 wieder etwas ändern. Da werde ich wieder mehr schreiben und die Agentur betreiben, daneben nur noch dosiert herausgeben.
Aber das schließt bei mir nie aus, dass ich z.B. für den ein oder anderen Verlag lektoriere oder PR-Arbeiten betreibe. Grade das Füllhorn der diversen Arbeiten macht für mich den Reiz aus. Darüber hinaus kann ich da mein Netzwerk, das ich seit Jahren aufbaue und stetig wächst, immer optimaler bündeln. Es macht ja Spaß mit vielen kreativen Köpfen auf allen Seiten der Literaturbranche zusammenzuarbeiten!
Ich bin da äußerst flexibel und auch immer freudig dabei, wenn es neue Möglichkeiten gibt. Dennoch gibt es seit Jahren Menschen (Autoren, Grafiker, Setzer, Verleger), mit denen ich bevorzugt zusammenarbeite und mit anderen wiederum nicht. Da ist für mich auch immer die Vertrauensbasis und die Zuverlässigkeit beider Seiten entscheidend. Und da hat sich in den letzten acht bis zehn Jahren eine muntere Schar um mich versammelt, die erfreulicherweise immer mehr wächst und dabei stabil ist und bleibt.
Ein sehr beglückender Zustand, über den ich sehr dankbar bin, weil man daraus Kraft schöpft. Persönlich und beruflich.
Kontinuität ist ja fast in allen Lebensbelangen das A und O. Und ich habe schon immer das „Prinzip der kleinen (aber beständigen) Schritte“ verfolgt.

Wie kommt man eigentlich dazu Herausgeberin von Anthologien und Phantastik Reihen zu werden?

Das hat mehrere Gründe: die Freude am Herausgeben, sprich dem Kreieren einzelner Projekte, dem Gewinnen der Autoren, und dem Entwickeln des Layouts. Um nur eine Anthologie herauszugeben bedarf es etlicher Zeit, wenn sie in Text UND Optik überzeugen soll. Das ich herausgebe hatte auch den Grund, dass mir selbst auf dem Markt einige Paramater fehlen. Vieles geht für mich schon zu lange in die Richtung „Massenproduktion“, da verhungert meine bibliophile Ader. Anthologien haben einen schlechten Stand, den leider die Leser auch noch unterstützen, in dem sie lieber Massenware kaufen, statt liebevoll gestaltete, etwas teurere Bücher. Somit werden wohl auch – trotz der Bemühungen einiger emsiger Herausgeber, die Kurzgeschichtensammlungen  immer mehr verkümmern.
Ich habe versucht in den letzten Jahren dahingehend entgegenzusteuern. Darüber hinaus war ich schon immer ein „Wir sitzen alle im selben Boot“-Mensch und habe immer versucht (auch damals in meiner HEADLINE) Newcomern eine Bühne zu geben – zusammen mit Erfolgsautoren.

Was reizt dich an dieser Arbeit und was hat deinen Entschluss geprägt eine solche überhaupt aufzunehmen?

Im Grunde habe ich das grade schon erklärt.
Mittlerweile bin ich auf dem Stand ein Resumee zu ziehen, wohin es MICH gebracht hat. Denn auch ich muss ja wirtschaftlich denken. Leider. Denn auch das Leben auf Inseln ist nicht umsonst – eher das Gegenteil. Daher werde ich mich wohl künftig wieder verstärkt auf eigene Projekte Richtung Romane konzentrieren.
Den Anfang macht das Weiterschreiben oder im gewissen Sinne der Neubeginn von DILARA, die wieder zu klassischen Vampirthemen zurückkehren soll. Aber ich habe grade auch einige Brainstorming-Wochen hinter mir, in denen ich z.B. mit Uschi Zietsch weiter an einer Trilogie geplottet habe und danach mit Tanya Carpenter einige Exposés besprochen und vorangetrieben. Projekte, die ich grade alle anbiete.

Zurzeit laufen bei dir mehrere Reihen parallel, dazu kommen einige Anthologien. Wie entwickelst du die jeweiligen Themen zu deinen Projekten?

Also die springen mich an. Ich bin ein sehr kreativer Geist und müsste zehn Leben haben um all die Ideen umzusetzen.
Hat sich eine Idee erst einmal in meinen Synapsen festgesetzt, überlege ich wie ich es umsetze, welchen Grafiker ich anspreche, welche Autoren und welchen Verlag.
Also die herkömmliche Weise. Da unterscheide ich mich nicht von meinen Kollegen.

Widmen wir uns deinen phantastischen Reihen. Was verbirgt sich hinter ARS AMORIS, ARS LITTERAE, SEVEN FANCY, DARK WORL(D)S und SCREAM?

Mal in Kürze gesagt, weitere Infos findet jeder Interessierte unter dem jeweiligen Reihenlink:
Die ARS ARMORIS ist eine phantastische Erotikreihe, die mit einer Antho mit satten 20!!! Innengrafiken startete, die im Gros fotografische Qualität haben. In den Anthologien der Reihe traten bisher namhafte Autoren wie Barbara Büchner, Christoph Marzi u.v.m., zusammen mit sehr viel versprechenden Newcomern auf. Aber es gibt auch mit BLUTFESSELN einen erotischen  Vampirroman von Linda Koeberl.
Literra – ARS AMORIS

Das Besondere dieser Reihe ist, dass sie künstlerisch von Crossvalley Smith betreut wird. Ihn kenne ihn noch nicht so lange wie die anderen Grafiker, dafür ist die Zusammenarbeit und das Verständnis aber sehr schnell gewachsen. Und es macht großen Spaß zusammen mit ihm zu wirken und zaubern.

Die ARS LITTERAE bietet Phantastik (licht bis düster) für alle Altersklassen und es tummeln sich dort bereits Autoren wie Barbara Büchner, Marc-Alastor E.-E. und in den Anthos Christoph Marzi, Wolfgang Hohlbein, Bernd Rümmelein, Tanya Carpenter, Aino Laos, Linda Budinger, Ascan von Bargen, Andreas Gruber und viele andere…
Literra – ARS LITTERAE

In der SEVEN FANCY geht es eher humorig zu. Teils phantastisch verquickt aber auch aus dem realen Leben gegriffen. Die Reihe bietet Humor bis Satire in modernem Sprachgewand und ohne textliche Längen. Ob die Vampirin in High Heels, eine Werwölfin mit Tierhaarallergie und Frauenproblemen, ein munteres Trio, das um die Wette „klatscht“ oder die schwarz-humorigen Geschichten eines geplagten Patienten – und vieles mehr. Es sind die kleinen Dinge des Alltags, die von „DIR und MIR“, die diese Reihe auf frische Weise aufgreift und Lesekost für „zwischendurch“ beschert. Ob im Flugzeug, am Strand, während der Mittagspause oder der Zugfahrt, da wird man auf lockere Art unterhalten!

Die Buchumschläge der drei bisher genannten Reihen, die alle im Sieben Verlag erscheinen, sowie deren Logos und Banner stammen vom Atelier Bonzai. Auch diese Zusammenarbeit bedeutet mir persönlich sehr viel. Und sie trägt zu der schönen Optik der Reihen bei.

Ich glaube dieser Verbund macht die Reihen „rund“ und bestätigt wieder meine Ansicht, dass man mit Teamgeist mehr erreicht, als wenn man selbst vor sich hinpröttelt und nur auf seinen Teller schielt.

Die Horror-Reihe SCREAM, die ab Band 2 bei Voodoo Press erscheint, bietet Horror, aber weniger vordergründig platt, sondern eher Bel Esprit (aber manchmal bis Pulp).
Literra – SCREAM

Dennoch lege ich da eher Wert auf Bel Esprit, da es die größere (Schreib-)Kunst ist NICHT mit der Holzhammermethode daherzukommen. Harald A. Weißen hat da mit „Begegnung mit Skinner“ einen genialen Auftaktroman abgeliefert. Was mich an der Reihe besonders freut, ist die dort fortgesetzte jahrelange Zusammenarbeit mit Mark Freier, einem der Grafiker, die ich sehr schätze. Darüber hinaus sind wir auch schon ein eingespieltes Team. Da bedarf es nicht vieler Worte und das ist sehr angenehm. Auch der gegenseitige Respekt vor der Arbeit des Anderen.

Diese Reihe wird vorrangig Romane und im Gros deutschen Autoren eine Publikationsmöglichkeit bieten. Stählerne Seelen von Karl-Georg Müller und Chocolat Rouge von Oliver Kern werden die Leser bestens unterhalten, davon bin ich fest überzeugt. Und der nächste Titel – Painstation, eine Anthologie, die ich zusammen mit dem Otherworld-Verleger Michael Krug herausgebe,  bietet in  meiner Herausgeberschaft ein Novum, sprich es sind internationale und nationale Autoren aufgenommen worden.

Wichtig ist mir generell, dass grundsätzlich alle Titel von mir – sei es als Herausgeberin oder Autorin – mit Innengrafiken versehen sind, ein künstlerisches Layout aufweisen und einen guten Satz.
Durch das etwas größere Format dieser Reihen bekommt der Leser auch mehr Inhalt auf den im Schnitt 200 Seiten, gemessen an denen eines normalen Taschenbuches
Somit reguliert sich unter Berücksichtung der Aufmachung und Textmenge auch der Preis.

Völlig neue Pfade beschreite ich dann ab 2011 in der DARK WOR(L)DS-Reihe bei p.machinery.
Littera – DARK WOR(L)DS
Alisha Bionda betritt somit Fiction-Boden. Selbstverständlich zusammen mit guten Autoren und Grafikern.
In dieser Reihe möchte ich unter der Verlegerschaft von Michael Haitel eine gesunde Mischung aus Anthologien, Kurzgeschichtensammlungen und Romanen anbieten. Die natürlich auch wieder alle im Innenbereich wundervoll bebildert sind und ein schönes Layout aufweisen.
Der erste Titel – die Anthologie Der perfekte Friede wird eine Neuauflage der nicht mehr im Handel befindlichen „Der Himmelspfeifer“ sein. Ich habe das Gros der ursprünglichen Antho übernommen und es mit neuen Texten angereichert. Somit ist diese Antho als Band 1 der Reihe auch für die Leser interessant, die schon den ursprünglichen Band besitzen.
Ich freue mich auf diese Reihe insoweit, da dieses Genre für mich weitestgehend Neuland ist und es mir die Möglichkeit bietet, da auch das ein oder andere Crossover-Projekt umzusetzen. So hoffe ich, sowohl männliche als auch weibliche Leser für die Fiction zu begeistern. Schwerpunkt wird in dieser Reihe auch eher die „etwas andere Fiction“ sein: Dark Fiction, Social Fiction, Fantasy Fiction, Modern Fiction…
Die Leser dürfen also gespannt sein!

Bei den Anthologien sind zuletzt „Advocatus Diaboli“, mit genialen diabolischen Geschichten, Die Begegnung – und andere düstere Winterlegenden, mit frostiger Fantasy und „Just Married  -with a Personal Demon“ erschienen. Was erwartet interessierte Leser in diesen Kurzgeschichtensammlungen und wie ist die Zusammenarbeit mit den beteiligten Autoren (u.a. Thomas Plischke, Bernd Rümmelein, Christoph Marzi und Wolfgang Hohlbein) entstanden?

Fange ich bei der ersten Frage an, was die Leser erwartet.
Bei „Advocatus Diaboli“ zuerst ein wundervoll aufgemachtes edles, großes Hardcover. Inhaltlich habe ich versucht einmal etwas bisher noch nicht Dagewesenes zu bieten. Sozusagen eine „Story in der Story“. Zum einen dem Dialog zwischen dem Teufel und dem „Bittsteller“, der einen Platz in der Hölle möchte. Zum anderen die Schilderung des Bittstellers seiner Taten, die ihn dazu befähigen sollen, einen Platz im Hades zu erhalten. Was mich hier besonders freut ist, dass die Autoren das alle auf ihre Weise umgesetzt haben. Darüber hinaus freue ich mich auch, wieder einmal einen längeren Text von Marc-Alastor E.-E. anbieten zu können.
In „DIE BEGEGNUNG – und andere düstere Winterlegenden“ habe ich den Autoren bis auf die Jahreszeit völlig freie Hand gelassen. Das macht in  meinen Augen die Stärke dieser Anthologie aus, da sie dadurch sehr abwechslungsreich geworden ist. Und ich freue mich, dass ich dort eine längere Story von Andreas Gruber anbieten kann. Aber auch Aino Laos, die ja grade auf Pro 7 in der aktuellen „Popstars-Staffel“ als Vocal Coach zu sehen war, ist vertreten.
JUST MARRIED – with a Personal Demon ist dahingehend auch ein Novum unter meinen Anthologien, das sie 5 erotische Novellen beinhaltet. Ascan von Bargen bildet da sozusagen den literarischen „Hahn im Korb“. Ihm zur Seite stehen die Autorinnen Tanya Carpenter, Elke Meyer, Antje Ippensen und die Berliner Sängerin Arcana Moon.

Wie es zu den  jeweiligen Zusammenarbeiten kommt. Nun, ich pflege meine Kontakte, komme nicht immer nur daher, wenn ich was „will“. Ich denke, das merken die meisten meiner Kollegen sehr schnell. Auch dass ich immer versuche mit ihren Texten pfleglich umzugehen. Ich lektoriere sie weder selbstherrlich zu Tode, noch stopfe ich sie in lieblos aufgemachte Titel.
Darüber hinaus ist sicher auch für den aufmerksamen Kollegen sehr schnell erkennbar, dass ich jedem, dem ihm gebürenden Respekt zolle. Weil das im Umgang mit meinen Mitmenschen für mich „On Top“ steht. Daher kann ich auf erfreulich viele gute Kontakte blicken, die mir auch alle auf ihre Art und Weise etwas bedeuten. Natürlich kann  ich nicht mit allen einen engeren Kontakt pflegen – auch wenn das immer mehr werden –, aber auch hier kommt es ja auf die Qualität und nicht die Quantität an. Von daher hat sich da in den letzten 12 Jahren ein festes Gefüge entwickelt, das sich im Grunde jedes Jahr „vergrößert“. Natürlich gehen einem auch hin und wieder Kontakte verloren. Was in meinem Fall erfreulich „überschaubar“ geblieben ist. Bei dem einen ist man froh und glücklich darüber und macht einen weiten Bogen und sagt: Nie wieder – und das hat dann bei mir sehr gute Gründe, weil das bei mir eher selten ist. Und natürlich gibt es auf der anderen Seite auch Kollegen, bei denen es schmerzt. Dafür sind wir ja alle Menschen.
Ich glaube ein anderer wesentlicher Punkt ist auch der, dass ich mit vielen Kontakt habe, weil es bei mir keine Klassifizierung gibt. Ein Kontakt zu den von dir genannten, bekannten Autoren ist für mich nicht wesentlicher als der zu noch weniger bekannten. Und das wissen meine Kollegen glaube ich auch. Wir begegnen uns alle auf „Augenhöhe“.
Und wenn du fragst, wie es dazu kommt, so ist das unterschiedlich, viele kenne ich schon lange persönlich, andere wiederum auch schon lange und „nur“ per Mail und Telefon, aber nicht minder intensiv. Und viele lerne ich halt neu kennen … ich bin Jemand, der, wenn er einen interessanten Kollegen zu erspähen meint, einfach den Kontakt aufnimmt – und sieht , ob sich daraus etwas entwickelt, was BEIDE Seiten wollen.

Wenn du zurückblickst auf sämtliche Veröffentlichungen, an denen du beteiligt warst, welche von ihnen haben einen besonderen Stellenwert für dich? Gibt es Bücher an denen ganz starke Erinnerungen hängen und die deshalb auch eine ganz persönliche Wichtigkeit für dich haben?

Die bedeutsamste Zeit waren für mich die Jahre rund um Wolfgang Hohlbeins Schattenchronik. In mehrfachem Sinne. Es war emotional sehr fordernd von meiner ursprünglichen Serienidee bis zum letzten Band. Und es hat mich vieles gelehrt. Von daher war die Zeit wichtig. Denn es hat mir auch gezeigt, wo meine Menschen sind und wo eher nicht. Darüber hinaus hat es mich auch beruflich einiges gelehrt. Es war meine erste Serie und daher hatte sie „Kinderkrankheiten“, die jetzt in der neuen Serie rund um Dilara und Calvin, ausgemerzt werden sollen.
Denn nun soll es 2011 in DILARA mit meinem Vampirpaar und anderen Ur-Charakteren weitergehen.
Im November 2011 erscheint im Fabylon Verlag der Einstiegsroman. Weitere komplexe Romane werden folgen, wobei auf Klasse statt Masse gesetzt wird.
Bei DILARA handelt es sich nicht um eine direkte Fortsetzung der Ur-Serie, sondern um andere Wege, die die Charaktere beschreiten, und die an Band 2 und 3 anknüpfen werden – im ursprünglich geplanten Sinne.
Die Leser der Ur-Serie werden daher neben dem vertrauten Vampirpaar einige weitere liebgewonnene Protagonisten und Antagonisten wiedertreffen, die auch endlich aus dem Schattendasein, das sie bisher gefristet haben, heraustreten wollen, und eine literarische „Bühne“ erhalten.
DILARA kehrt zu klassischen Vampirthemen zurück, eingebettet in wissenschaftliche Plots, historische Settings – durchwoben von einer sehr „feinen“ Romance-Nuance.
Den Lesern soll sich eine fesselnde, mitreißende Mixtur, durchwirkt vom düsteren Hauch der atmosphärischen Welt der Vampire bieten.
Das Aufmachung der Bände wird edel und künsterlisch sein.
Erste Infos gibt es auf meiner Site (bald auch auf LITERRA)
Und zum ersten Band – bald noch ausführlicher – in meiner „Vorschau“ hier: Alisha Bionda Vorschau
Darüber hinaus gibt es den Roman „Regenbogen-Welt“, an dem mein Herz hängt und den ich wieder anbieten möchte.
Aber auch einige neue Projekte, die ich schon ansprach.
Da kann man sich auf meiner Website über die „Vorschau“ hinaus auch immer in der Rubrik „In Planung“ informieren.

Kommen wir vielleicht noch auf einen Titel, der frisch erschienen ist und sehr skurril anmutet. Was hat es denn bitte mit „Dem witzigsten Krebsbuch aller Zeiten“ auf sich?

Du meinst „Tumoreske“, der in der SEVEN FANCY erscheinen wird: Literra – SEVEN FANCY
Wolfgang G. Fienhold verfasste damit einen sehr besonderen Band. Über die Unwegsamkeiten, die ein Patient zu bestreiten hat, auf seinem Weg durch Krankenhäuser, Reha-Kliniken und Behördenwillkür – und sonderbaren Kollegen und Freunden.
Dabei geht er humorig bis recht schwarz-humorig vor.
Wolfgang G. Fienhold ist ja kein Unbekannter (sein Roman  „Die flambierte Frau“ wurde z.B. erfolgreich verfilmt) und ist ein souveräner Erzähler, der es deutlich auf den Punkt bringt.

Werfen wir einen Blick auf das neue Jahr. Was erwartet uns in 2011 aus dem Hause Bionda?

Einiges. Vor allem Neues.
Der Start der „Agentur Ashera“, der Start der Reihe „Dark Wor(l)ds“, der Start der Serie DILARA, aber auch einige neue Reihentitel und ich hoffe auch darauf, das ein oder anderen neue Projekt gut „unterzubringen“. Da kann  sich jeder auf meiner Website informieren. Sie wird täglich auf aktuellen Stand gebracht.
Aber generell wird meine Gewichtung ab 2011 auf der Agenturarbeit und den eigenen Projekten liegen, neben meiner PR-Arbeit, die ich ebenfalls fortsetzen möchte. Wer da Interesse hat mich zu buchen, kann sich gerne mit mir in Verbindung setzen. Über: bionda.alisha@gmail.com

Welche Bedeutung hat abschließend phantastische Literatur als Leserin, Autorin und Herausgeberin für dich?

Sowohl als Leserin, als Autorin und Herausgeberin übt das Genre für mich den Reiz aus, Grenzen zu überschreiten, der Realität zu entfliehen und in andere Dimensionen abzutauchen.
Es beflügelt meinen Geist.
Ja, Phantastik ist für mich das „Geflügelte Wort“. Vor allem wenn sie gut geschrieben ist, mit Muße und ergreifenden Charakteren, an geheimnisvollen Settings.
Gute Phantastik erreicht mein Herz – nicht nur den lesenden Kopf.

Vielen Dank für die tollen und ausführlichen Antworten!

Nichts zu danken. Immer wieder gerne!

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