Im Februar 2011 präsentierte der Verlag Torsten Low seinen ersten romantischen Urban Fantasy Roman und das Debütwerk von Stephanie März.
Mit Blutiger Kuss – Gefangen in der Ewigkeit hat sich die Autorin den Vampiren verschrieben und erfreulicherweise bereit erklärt, ein paar Fragen über ihre Trilogie, die Faszination Vampir und Bestseller Autorin Stephenie Meyer zu beantworten, sowie ein wenig über Fantasy und Romantik, Kinder als Protagonisten und zukünftige Schreibprojekte zu plaudern.

Viel Spass mit dem Interview mit Stephanie März!

Bevor wir uns konkreter deinem Werk widmen, erzähl uns doch bitte einleitend wie du zum Schreiben und zur phantastischen Literatur gekommen bist.

Das ist ganz einfach, geschrieben habe ich schon seit meiner Schulzeit ganz gerne. Zum Teil war es sogar beängstigend für meine Eltern, weil sie meinten, ich würde dadurch mein Leben verpassen. Mir hat das Schreiben jedoch immer eine sehr schöne Möglichkeit geboten, meine Gefühle und Gedanken zu verarbeiten. Mit der Zeit ließ das allerdings nach, da wurden andere Sachen interessanter und ich beschränkte mich aufs Briefschreiben.

Später entdeckte ich es allerdings wieder, als meine Tochter geboren war und mir die Kinderbücher einfach zu einfallslos waren und sie immer neue Geschichten hören wollte. Also begann ich für meine kleine Prinzessin selber kleine Märchen zu schreiben. (Später konnte ich die dann auch noch ganz gut für meine Zwillinge verwenden.)

Generell möchte ich allerdings sagen, dass ich es mir niemals hätte vorstellen können selber mal ein Buch zu veröffentlichen.

Dazu ist es so gekommen.

Meine Tochter hat zwar gerne Geschichten angehört bzw. vorgelesen bekommen, jedoch mit dem selber lesen hatte sie es leider nicht so. Eines Tages jedoch machte ich die Entdeckung, dass sie die Twilight Bücher las und gar nicht von ihnen ablassen konnte. Leider waren diese bald ausgelesen und ich machte mich daran auch einen Blick in diese zu werfen.

Ich schäme mich nicht zu sagen, mir haben sie in gleicherweise gefallen.

Da der dritte Teil nun auf sich warten ließ, entschied ich mich ihr wieder einmal eine kleine Geschichte zu schreiben, nur diesmal wollte ich ihr ein paar Weisheiten nett verpacken. Mir selber gefiel die Geschichte so gut, dass ich zum ersten mal darüber nachgedacht hatte jemanden um sein Urteil zu bitten, der etwas vom Schreiben verstand. Und so bin ich dann an Torsten Low meinem Verleger geraten, der mir relativ schnell sagte, dass er bereit dazu wäre es zu verlegen.

Blutiger Kuss – Gefangen in der Ewigkeit erschien im Februar 2011 im Verlag Torsten Low und läuft dort als romantische Fantasy. Was reizt dich an der Kombination Romantik und Phantastik?

Ich persönlich finde diese Kombination sehr interessant. Schließlich haben wir alle eine klare Vorstellung von Vampiren, Werwölfen und anderen Fantasiegestalten, nun ist da so ein blutrünstiges Wesen, mit dem jeder sich identifizieren kann. Der teilweise genauso fühlt und einfach nur für ein paar Seiten ein guter Freund wird.

Im wahren Leben fehlt immer sehr viel Romantik und ich flüchte gerne in diese Welt.

Wer sagt denn, dass ein blutsaugendes Wesen nicht auch so etwas wie Liebe erfahren darf ?

Mir gefällt die These, die Stephenie Meyer da aufgestellt hat sehr gut, deswegen habe ja auch ich sie aufgegriffen.

Wenn man in 2011 über Vampire schreibt, wird schnell der Vergleich zu Stephenie Meyers Twilight Reihe gezogen. Wie sehr stört dich dieser Reflex und woher kommt dein Interesse an den Geschöpfen der Nacht?

Nein, es stört mich gar nicht, wenn man mich mit ihr vergleicht, immerhin stimmen ja meine Initialen schon überein, und wenn nun auch noch der Erfolg stimmt, kann ich mich ja nicht beklagen (lach)

Mich kann es auch gar nicht stören, wie bereits erwähnt habe ich die Bücher auch sehr interessant gefunden, jedoch habe ich bis auf die Liebesgeschichte eigentlich ein ganz anderes Buch geschrieben.

Mein Vampir hat die Option, wieder zu einem Menschen zu werden.
Mein Vampir verliebt sich in eine Jägerin der dunklen Mächte.
Mein Vampir tötet keine Lebewesen.
Mein Vampir ist eben mein Vampir.

Vampire haben mich eigentlich nie sonderlich fasziniert. Ich habe zwar auch Dracula und Van Helsing gesehen, auch den kleinen Vampir Rüdiger aus meiner Kinderzeit kenne ich, jedoch ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde nur Vampirgeschichten gelesen zu haben. Diesbezüglich war Twilight meine Premiere.

Ich habe mich für diese Fantasywesen entschieden, weil ich es wollte.

Vampire existieren als mythische Geschöpfe ja schon sehr lange. Kannst du dir erklären, woher das aktuelle Interesse an diesen Wesen stammt und warum meinst du fügen sie sich so gut in die heutige Fantasy / Mystery Literatur ein?

Sicher ?
Wer sagt, dass sie nur mystische Geschöpfe sind?
Sollten wir uns nicht auch etwas Fantasie behalten, ich zumindest glaube an alles, solange mir nicht das Gegenteil bewiesen wird.

Manchmal ist es doch besser man glaubt an etwas Mystisches als an etwas was es gibt. Ich denke, die Fantasie ist etwas, was uns Menschen gegeben wurde, um vieles erträglicher zu machen. Die Realität ist oftmals beängstigender als der Glaube an etwas, was einem Hoffnung und Mut gibt mit dem Leben weiterzumachen.

Vielleicht ist es grade dieser Grund, warum heute das Interesse daran so groß ist, einmal für eine Buchlänge in eine neue fremde Welt einzutauchen und ein Teil davon zu werden.

Welche Figur aus Blutiger Kuss – Gefangen in der Ewigkeit würdest du gerne einmal persönlich treffen und warum?

Hmm, das ist eine schwere Frage, ich denke ich würde gerne Matthew treffen. Er hat vieles erlebt und gesehen. Trotzdem hat er sich etwas wie Menschlichkeit bewahrt.

Curley habe ich zu Hause sitzen und Melody würde ich gerne sein.
Ich denke Matthew hat einfach die Gabe zuzuhören und zu verstehen, was mir in der heutigen Zeit sehr fehlt.

Selbst die Gespräche zwischen Ehepaaren sind heutzutage sehr oberflächlich geworden und oft kennt der eigene Lebenspartner die Gefühle seines Gegenüber gar nicht –  geschweige denn die Person.

Vampire bilden das phantastische Element in deinem Roman. Werden weitere übernatürliche Wesen in den Folgebänden auftauchen und auf welche darf man sich eventuell einstellen?

Im Gegensatz zu Meyer und Rowling, wird es bei mir nur Vampire geben, was aber der Spannung im zweiten Teil keinen Abbruch nimmt. Der erste Teil ist eher auf die Liebesbeziehung zwischen Melody und Matthew gerichtet, während es in den Folgebänden teilweise sehr düster und blutrünstiger zugeht.

Also wer nun auf einen Jakob wartet wird in meinem Buch enttäuscht werden, aber eine Person aus Teil eins wird eine sehr arge Wandlung vornehmen. (Oder waren es sogar zwei? ;-))

Mit Curley hast du eine sehr junge Figur in deine Geschichte eingebracht. Wieso wolltest du gerne ein Kind in das Trio der Hauptfiguren integrieren und warum scheuen sich offenbar so viele Autoren genau davor?

Das war mir sehr wichtig und ich denke, meine Geschichte baut genau auf Curley auf.

Eigentlich und das wird sich in Teil zwei noch herauskristallisieren ist nicht Matthew der Hauptprotagonist, sondern eben Curley. Mehr kann ich allerdings an dieser Stelle nicht verraten, sonst ist ja die ganze Spannung weg.

Kinder sind teilweise sehr schwer zu verstehen, ich denke viele Menschen haben Angst davor, sich ihrer Kindheit zu stellen. Was ich allerdings sehr schade finde, weil unser Kindheit das größte Geschenk ist, was wir im Leben bekommen.

Genau weiß ich es allerdings nicht, ich habe Curley genommen, weil sie mich an meine Tochter erinnert und das Buch ja auch für sie ist und sie sich auch wiederfinden sollte.

Matthew ist ein Vampir, der seinen Artgenossen nicht unbedingt wohl gesonnen gegenübersteht. Wie ist diese Figur und ihr, beinahe schon leicht kannibalistischer, Zug entstanden?

Matthew hat sich im Laufe seines Daseins eben dazu entschlossen, keiner lebenden Kreatur mehr sein Blut zu nehmen. Lieber macht er sich Nachts auf den Weg, Gleichgesinnte von ihrem blutrünstigem Dasein zu erlösen.

Er ist eben anders und genau das finde ich gut, er ist etwas ganz besonderes und das macht ihn eben zu dem, der er ist.

Mit deinem Buch wolltest du ursprünglich Werte und Weisheiten, in Form einer Geschichte, an deine Tochter weitergeben. Warum hältst du gerade phantastische Geschichten für besonders geeignet um dieses zu tun und war eine der ursprünglicheren Formen dieser Wissensvermittlung, nämlich das Erzählen von Märchen, eine Inspirationsquelle für dich?

Lach….. also, wenn ich als Mutter meiner 14-jährigen Tochter etwas über das Leben erzählen will, dann ist das so, als würde ich versuchen einem Fisch das Trockenschwimmen beizubringen. Es ist ein aussichtsloses Unterfangen.

Grade in der Pubertät ist es meiner Meinung nach sehr wichtig nicht den Kontakt zu dem Kind zu verlieren.
Ich habe gemerkt, dass geschriebene Worte sich mehr einprägen und jemanden zum Nachdenken bringen als gesprochene,  des weiteren kann man sie zu jeder Zeit erneut lesen und sich zu Gemüte führen.

Und ein wenig Realität und Weisheit in Fantasy zu verpacken, finde ich gelungen.

Mag sein, das hier und da einige dies grade als störend empfinden, aber so kann ich selbst, wenn ich mal nicht mehr da bin, trotzdem mit meinen Worten weiterhelfen und vielleicht etwas Mut zusprechen.
Dazu muss ich noch sagen, meistens liegen Fantasy und Realität nicht weit auseinander meistens ist das sehr schade, ich zum Beispiel hätte mir in meiner Fantasie viele Dinge gar nicht ausdenken können, die in der Realität passieren.

Wenn du so freundlich wärst, den folgenden drei Sätzen ein Ende zu verleihen?

Sollte ich jemals einen Vampir treffen…würde ich ihn fragen, ob er mir dabei helfen kann, die Menschen zu verstehen.

Niemals schreiben würde ich über…mein Leben.

Der Verlag Torsten Low ist…nicht nur ein Verlag, sondern mittlerweile auch ein Freund.

Was kommt nach Blutiger Kuss? Woran arbeitest und schreibst du gerade?

Lach erstmal kommen ja noch zwei weitere Teile, sowas hat eine Trilogie eben an sich, aber ich liebäugele nach dem Blutigem Kuss etwas über Hexen, Gnome und Wichte zu schreiben, eben ein …… lasst Euch überraschen.

Vielen Dank für die spannenden Antworten!

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