In einer unterirdischen Höhle liegt ein Fund, der nicht nur die Wissenschaft an der bisherigen Geschichte unserer Welt zweifeln lässt. Es war eine kommerzielle Bohrung, welche das Geheimnis einer vergangenen Zivilisation lüftete. In der Höhlenkammer fanden sich perfekt erhaltene Überreste einer prähistorischen Kultur, welche vor etwa 250 Millionen Jahren existierte. Neben kleinen Häusern, Gräbern, Werkzeugen und Skeletten wurden auch Bücher mit winziger Schrift zu Tage gefördert. Die Heldengeschichte eines mutigen Nagers, seiner grossen Liebe und eines aufziehenden Krieges…

Joachim Sohn gelingt mit seinem Debütwerk Perm ein abenteuerliches prähistorisches Hörbuch, dass eine sehr schöne Geschichte in einer interessanten Welt bereithält. Der Autor entführt die Hörerschaft in das Erdzeitalter des Perm, an dessen Übergang zur Trias das erste große eiszeitliche Massenaussterben von Kleinstlebewesen stattfand.
Die Katastrophe deutet sich bereits an als Keldris zu seiner Suche aufbricht und entkräftet in einem Bergarbeiterdorf der Tennuri landet. Doch Kandia, die hübsche Tennuri sowie Ziel seiner Suche, entzieht sich ihm und der König der bodenständigen Nager ist von Kriegsgedanken besessen. Joachim Sohn hat liebevoll eine überschaubare Welt erschaffen und in ihr, mit den Tennuri und den technikorientierten Manoii, zwei Kulturen platziert in die sich der Hörer sehr schnell hinein finden wird. So entpuppen sich die kleinen aufrecht gehenden Nager nicht nur als putzige und sympathische Gesellen, sondern als spannende Völker, die deutlich machen das Eigenkreationen manchmal reizvoller als herkömmliche Geschöpfe der phantastischen Literatur sein können.
Das Joachim Sohn als Trickfilmzeichner arbeitete ist der Geschichte deutlich anzumerken, denn sie liesse sich wohl 1 : 1 auf dieses Medium übertragen, denn dem Autoren gelingt es sehr einfühlsam Bilder einer Welt zu zeichnen, die konstant neugierig auf mehr macht. Diesem Umstand ist es auch zu verdanken das der Geschichte trotz aller Dramatik stets etwas niedliches und sympathisches anhaftet, welches einen Trickfilmvergleich erlaubt. Die Figuren sind recht einfach und sehr nachvollziehbar gehalten, ebenfalls ihre Dialoge, was das Hörspiel auch für jüngerer Hörer attraktiv macht. Wer geballte Action sucht ist bei Perm entsprechend an der falschen Adresse. Die Heldenreise ist eine romantisch unterlegte Queste die durchaus überraschende Momente zu bieten hat, im wesentlichen aber schlichtweg eine schöne urzeitliche Geschichte erzählt. Leicht verträumt und mit einem liebevollen Blick auf seine Nager schreibt der Autor ein Abenteuer mit klassischen Momenten, welches durch seinen Weltenbau eine ganz eigene charmante Atmosphäre besitzt.

Als Sprecher für Perm konnte Oliver Scheffel verpflichtet werden, der durch seine angenehme Stimme absolut passend für die Produktion ist, ihr eine leicht märchenhafte Verträumtheit verleiht und hierdurch das Hörbuch sehr gelungen abrundet. Hier entsteht der Eindruck das sich Perm möglicherweise als erzählte Geschichte besser eignet, und die Magie seiner beschaulichen Welt und ihrer kleinen Helden zu entfalten vermag, als in Romanform.

Joachim Sohn: Perm – Eine Urzeit-Heldenreise – Ein prähistorisches Animal Fiction Abenteuer in einer tollen Welt, in deren Hintergrund stets eine endzeitliche Note schwingt. Obwohl grosse Dinge geschehen ist dieses Hörbuch doch eher eines der leiseren Schritte, welches durch seine liebevoll entworfenen Völker und Figuren einen angenehmen Hörgenuss liefert.

Mehr zu dem Hörbuch: Perm

Hörbuchfakten:

Joachim Sohn
Perm – Eine Urzeit-Heldenreise
Action Verlag
Hörbuchlänge: 12 Stunden 57 Minuten