Schlaraffenland, Lummerland, Atlantis, Eldorado, Olymp, Paradies, Mittelerde… – seit der Antike gibt es sie, die unterirdischen Welten, die versunkenen Inseln, die utopischen Länder.
Dieser Meyers-Atlas geht auf Spurensuche: Dreißig fiktive Orte, Landschaften, Inseln oder Planeten werden mit ihrem geografischen Steckbrief vorgestellt – in der Manier einer geografischen Länderkunde und mit den in ihnen spielenden Geschichten.
Eine Entdeckungsreise voller Überraschungen.

Was steckt hinter den Fantasieorten?

Der Komparatist Werner Nell und der Illustrator Steffen Hendel erzählen im „Atlas der fiktiven Orte“ vom Menschen als einem Weltenbastler, von seiner Kraft der Fantasie, seinen Fähigkeiten, Wünschen und Ängsten. Das Buch veranschaulicht die Überlieferungsgeschichte unterschiedlicher Mythologien und religiöser Traditionen und zeigt die Erfindungsgabe einzelner Autoren. Der Atlas ist somit ein Bilderbuch über menschliche Kreativität und eine Kulturgeschichte der Literatur.

Werner Nell zeigt in seinen Texten, dass die Attraktivität der Beschäftigung mit solchen Scheinwelten nahezu so alt ist wie die Menschheit selbst. Und dass die Fiktion von der Wechselwirkung mit der Realität lebt.
Um sich in Schlaraffenland, Lummerland oder Atlantis geografisch zurechtzufinden, haben die Autoren mit Hilfe akribischer Recherche in traditionellen Überlieferungen und technischer Detailarbeit ganz neue Karten erstellt.

Landschaften unserer Einbildungskraft als Karten

Ist Schlaraffenland ein Zustand oder ein Land? Ist das Paradies ein Garten, ein Traum oder ein Reich?
Der Illustrator Steffen Hendel hat für jeden Ort eine fantasievolle Lösung gefunden, und dabei stets Elemente aus der realen Welt, aber auch aus der bildgeschichtlichen Tradition in die Fantasiekarten eingebaut.

So basiert das Paradies auf einer klassischen Radierung der Stadt Jerusalem. Die Flüsse darin, Nil und Ganges, finden sich aber auch in Google Maps. Es gibt Schafe im Paradies, sie sind aus Gemälden Alter Meister kopiert.
Mit Montage- und Überlagerungstechniken stellt der Illustrator spannende Bezüge zur Realität her und fiktionalisiert wiederum reale Elemente.

Die Karte von Schlaraffenland basiert auf einem Ausschnitt aus einem anatomischen Atlas. Magen und Darm stellen einen Fluss und See dar. Das Schlaraffenland ist auch ein Gegenparadies, in dem es zwar keinen Hunger mehr gibt, aber end- und sinnloser Konsum die Menschen auch schon im 16. Jahrhundert eher apathisch als glücklich macht.

Im Zentrum der Insel Lilliput liegt die Hauptstadt Mildendo, die nach dem Muster absolutistischer Hauptstädte Europas angelegt ist. Quadratisch gebaut und von einer gigantischen Mauer umgeben – Hendels Karte liegt das quadratische Raster der Stadt Mannheim zugrunde.

In dem schönen Atlas kann man sich verlieren – und kein GPS-Gerät kann Sie da wieder herausholen!

Werner Nell, seit Langem in den Literaturen der Welt unterwegs, lebt in Selzen bei Mainz und lehrt in Halle an der Saale. Professor für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Gastprofessuren u. a. in Russland, Ungarn und Kanada.

Steffen Hendel, Literaturwissenschaftler, Grafiker und Objektkünstler, Absolvent der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein.

Buchfakten:
Atlas der fiktiven Orte
Utopia, Camelot und Mittelerde.
Eine Entdeckungsreise zu erfundenen Schauplätzen.
160 Seiten. Halbleinen mit Prägung
25,5 × 30,5 cm
29,95 € (D), 30,80 € (A)
ISBN 978-3-411-08387-9
Meyers
Erscheinungstermin: Ende September 2011
(Quelle: Pressemeldung)

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